Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 668 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829811-2829818-2888813--36593-2888862- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
668 Die Stellung des Simon ben Zemach Duran etc. jüdischen Sprachwissenschaft beschäftigt, wie die interessanten, an die Behandlung des Gehörsinns anknüpfenden Ausführungen beweisen, die sich mit diesem Gegenstand beschäftigen, und die meines Wissens noch nicht die ihnen gebührende Würdigung gefunden haben1). Selbstverständlich begegnen uns auch in seinen philosophischen Schriften zahlreiche Anführungen aus der t a 1 m u d i s c h - r a b b i n isehen Literatur, der er die höchste Wertschätzung entgegenbringt und die mannigfachsten Anregungen auch für die Begründung seiner philosophischen und naturwissenschaftlichen Anschauungen verdankt2). Was das Verhältnis Durans zu seinen Vorgängern auf dem Gebiete der jüdischen Religionsphilosophie betrifft, so werden von ihm, obgleich er sich im wesentlichen zu dem Standpunkt des Maimonides bekennt, doch auch die älteren jüdischen Religionsphilosophen vielfach berücksichtigt und als Gewährsmänner für die von ihm dargestellten Ansichten herangezogen. Auf Saadja, den er einmal mit einem dem Talmud entlehnten Ehrentitel als »Haupt der Redner an jeglichem Orte« bezeichnet3), beruft er sich dafür, daß die Offenbarung auch für die Vernunftwahrheiten notwendig sei, weil sonst die meisten Menschen ohne die Erkenntnis dieser Wahrheiten bleiben würden4). Ebenso beruft er sich auf Saadja, daß er in seinem arabischen Bibelkommentar, dem Beispiel der chaldäischen Über- *) M. A., S. 52 a—56 a. Sehr interessant ist, was D. hier über die verschiedenen Singweisen beim Vortrag der Thora, der Propheten, der Psalmen, der salomonischen Sprüche und des Buches Hiob, der Dichtungen Kalirs, der spanischen und französischen Dichter berichtet (M. A., S. 55b). .*) Zweimal, M. A., S. 34 a, 87 a, habe ich den Josippon erwähnt gefunden. 3) M. A., S. 84 a. So nennt ihn auch Abraham ihn Esra (Ewald und Dukes, Beiträge zur Geschichte der ältesten Auslegung etc. II, S. 10) und Salomon Parchon (Machberet ed. Stern, S. 54a). 4) M. A., Einleit., S. 1 a. Vgl. Saadja, Emunot we-Deot (ed. Slucky) Einleit., S: 12 fg.