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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 6 · p. Seite 664

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 6
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1908-01-01
Page
Seite 664 (sequence 24)
Language
German
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664 Die Stellung des Simon ben Zemach Duran etc. auflösten und untergingen und nur die guten fortlebten, und in^der »Ethik«, daß die Glückseligkeit sich nur auf dieses Leben und auf diese Welt beschränke, während alles andere, was darüber gelehrt werde, als Alteweibermärchen zu betrachten sei1). Öfters wird auch Ibn Sina erwähnt, besonders wo es sich um naturwissenschaftliche Fragen handelt2). Verwunderlich findet er es, daß Ibn Stna in der Lehre von der Zeugung dem Galen gefolgt sei, da I. S. doch mit den spekulativen .Wissenschaften wohl vertraut gewesen sei, während Galen keine Kenntnis von den Grundprinzipien der Physik gehabt habe3). Ebenso kann er es nicht billigen, daß I. S. in Übereinstimmung mit Galen drei Seelenteile annehme, denn wenn jede Seelenkraft auf einen besonderen Seelenteil zurückzuführen wäre, so müßten viel mehr als drei Seelenteile angenommen werden4). Um dem Konflikt zwischen den Lehren der Philosophen und denen ihres Religionsbuches zu entgehen, so bemerkt er eiri anderes Mal, hätten die Philosophen unter den Ismaeliten, wie Ibn Stna und A lg a za li, den verkehrten Vermittlungsweg eingeschlagen, daß die Seele, wenn sie die Vernunfterkenntnis erfaßt habe, sich mit der wirkenden Intelligenz vereinige, was in ihrem Religionsbuch als Gan- Eden bezeichnet werde; wenn sie aber die Vernunfterkenntnis nicht erfaßt habe, dann gehe sie, das Schicksal des Tieres teilend, unter; wenn sie aber zu falschen Erkenntnissen gelangt sei, so sei sie, da sie weder zur Vereinigung mit der Intelligenz gelangen, noch untergehen könne, den ewigen Qualen ausgesetzt, die man das Gehinnom nenne. Das aber sei nach den Lehren des Philosophen falsch, denn eine Seele, die nichtzurVereinigung mit der wirkenden Intelligenz gelangtist, gehe unter, ob sie sich gar keine oder falsche Erkennt- 1) K. M״ S. 23 a. Vgl. M. A., S. 86 a. 2) Vgl. z. B. E. Hk. cap. 7 über den Regenbogen. 8) M. A., S. 40 a. Vgl. oben S. 662. 4) m. A., S. 78a.

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