Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 660 (sequence 20)
- Language
- German
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660 Die Stellung des Simon ben Zemach Duran etc. würden1), sondern auch von Frauen, die in Indien auf den Bäumen wüchsen und, wenn sie nach erlangter Reife von dem Baume fielen, unter großem Geschrei stürben2). Einem ehemaligen Glaubensgenossen, der dann. Christ und danach Muhammedaner geworden sei, erzählt er nach, daß die Arche Noahs noch immer zu sehen sei3), und auch vom Turmbau von Babel sollen noch Überreste vorhanden sein4). Und das nimmt er so ernst, daß er darin einen Beweis für die Autentizität der biblischen Erzählungen glaubt erblicken zu dürfen. Werden wir nach der hier gegebenen Charakteristik Simon ben Zemach Duran auch nicht zu den schöpferischen Geistern auf dem Gebiete der jüdischen Religionsphilosophie zählen dürfen, so bieten doch die beiden Schriften, in denen er sich mit der Erörterung religionsphilosophischer Fragen beschäftigt, sein Magen Abot und die Einleitung zu seinem Hiobkommentar, neben ihrem eigenen Gehalt ein nicht unerhebliches historisches Interesse dar durch die kritisch abwägende und sorgsam zusammenfassende Darstellung, die sie uns von den Anschauungen der jüdischen und nichtjüdischen Vorgänger unseres Autors geben« Demgemäß erblicken auch wir einen wesentlichen Teil unserer Aufgabe darin, dem Leser die sich aus seinen Schriften ergebenden Beziehungen zu seinen Vorgängern darzulegen, wobei wir aus leicht ersichtlichen Gründen zunächst sein Verhältnis zu den Vertretern der aristotelischen Philosophie ins Auge fassen. 1j Vgl. Groß, Monatsschrift, Jahrg. 1879, S. 236; Steinschneider, Hebr. Übers., S. 12, 51, 83. *) M. A., S 35b, 68a. 3) M. A., S. 93 a. Vgl. Josephus, Altertümer I, 3, 6; Benjamin au& Tudelas Reisebeschreibung (ed, Grünhut) S. 46. 4) M. A., S. 93 a. Im Abotkommentar (S. 81a) berichtet Duran, daß sich in der Synagoge zu Jerusalem noch immer das dem Tempel nachgerühmte Wunder ereigne, daß sie, sonst schon von den Angehörigen der Gemeinde ausgefüllt, an den Wallfahrtsfesten auch für . die große Zahl der aus der Ferne kommenden Pilger ausreiche.