Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 6 · p. Seite 659

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 6
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1908-01-01
Page
Seite 659 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829811-2829818-2888813--36584-2888853
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Die Stellung des Simon ben Zemach Duran etc. 659 D־uran damals aufgehalten habe. Als er dies den Leuten erzählte, hätten sie ihn, da niemand an einen solchen Krieg dachte, für einen Betrüger gehalten. Nach längerer Zeit aber sei er selber Augenzeuge der Eroberung jener Stadt gewesen. Ebenso sei es ihm mit noch anderen Träumen ergangen1). Gegenüber der entschiedenen Ablehnung der Astrologie durch Maimonides beruft sich Duran auf Aus- Sprüche des Talmud, die einen Einfluß der Gestirne auf die Geschicke der Menschen lehrten2), wie er sich auch im Unterschied von der vorsichtigen Zurückhaltung, die Maimonides in diesem Punkte beobachtet3), durch Nachmanides beeinflußt, zu dem Glauben an die Wirksamkeit der Zauberei bekennt4). Ebenso tritt er für die seiner Ansicht nach von den Philosophen auf völlig unzureichende Gründe hin geleugnete Existenz von Dämonen ein und beruft sich darauf, daß die »Frommen Deutschlands« sich ihrer zu gewissen Zwecken bedient hätten5). Er weiß nicht nur von den unter dem Namen der Bernikelgans bekannten Baumvögeln zu berichten, die, weil nicht als Fleischspeise angesehen, von den Fürsten in der Fastenzeit gegessen 1j M. A., S. 72 b. 2) M. A., S. 73 b. 3) Vgl. Finkeischerer, Mose Maimunis Stellung zum Aberglauben und zur Mystik (Breslau 1894) S. 77 fg. 4) M. A.? S. 73 b—74'a. 5) M. A., S. 22 a. Er führt (M. A, S. 76 b) einige Wundererzählungen von einem R. Nissim b. Abraham הספרדי, von einem Knaben in Lerida und von zwei deutschen Juden an, von denen der eine Abraham aus Köln genannt wird, die er aus Salomon b. Adrets Responsen (Resp. I, Nr. 54 b, vgl. Perles, Salomon b. Aderet, S. 64) kennen gelernt hat und denen er im Gegensatz zu S. b. A., der sich ihnen gegenüber sehr skeptisch verhält und vor solchen Dingen eindringlich warnt, vollen Glauben schenkt. Er führt diese Wunderdinge auf die Einwirkung des Gottesnamens, des Propheten Elia und auch auf das Walten der Dämonen zurück. Auffälliger Weise finden sich ähnliche Dinge, gläubig berichtet, auch bei Gersonides Milchamot Adonai II, cap. 4 (ed. Leipzig), S. 103—104. 42*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.