Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 657 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829811-2829818-2888813--36582-2888851- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran etc. 657 Während Duran es nicht nur als zulässig, sondern sogar als geboten erachtet, eine Umdeutung der Schriftverse vorzunehmen, wo sie ihrem Wortsinne nach mit der Erkenntnis der menschlichen Vernunft im Widerspruch ständen, erklärt er es für unstatthaft, wobei er ohne Zweifel an Maimonides denkt, dieses Verfahren auf die Wundererzählungen der Schrift, z. B. auf die von der Eselin Bileams und von dem Stillstand der Sonne in Gibeon, anzuwenden, um diese Erzählungen ihres übernatürlichen Charakters zu entkleiden1). Aber ebensowenig kann er sich mit einer gewissen Art von allegorischer Schriftauslegung befreunden, welche von dem historischen Inhalt der Erzählungen absieht und alles in Gleichnisse und Symbole auflöst2). Wohl verwahrt er sich dagegen, damit auch die Schriftauslegung des Sohar verurteilen zu wollen, ist aber doch weit davon entfernt, sich dieser rückhaltslos anzuschließen. Duran kann nicht, wie es von Grätz geschieht3), der auch sonst der geistigen Bedeutung dieses Mannes wenig gerecht wird, als Anhänger der Kabbala bezeichnet werden. Er beruft sich wohl mitunter auch auf die Lehren der Kabbala4), aber ohne ihnen einen höheren Wert als anderen Erzeugnissen der jüdischen Literatur beizulegen. Die in dem Sepher Hakoma enthaltenen Maßbestimmungen sucht er ihres bedenklichen Charakters zu entkleiden, indem er sie ף M.A., S. 99 a. Vgl., oben S. 652. *) G. A., III, Nr. 20. 3) Graetz, Gesch. d. Juden, VIII*, S. 166. 4) m. A., S. 15a, 22a, 35a, A. K., S. 34 b. ספר הבהיר wird zitiert M, A, S. 9a ספר היכלות, M. A., S. 22b, 89c, A. K.,42b, םפררזיאל,; M. A., S. 22 a, der Sohar M. A., S. 8 b, G. A., III, Nr. 20. Aus dem bekannten, aber wohl apokryphen kabbalistischen Gutachten des R>. Hai Gaon (vgl. Graetz, Gesch. d. Juden VI, Note 2) führt er (M. A.,. S. 22 a) die Ansicht an, daß die getrennten Intelligenzen, die ihren Aufenthalt im Himmel haben, Engel, und die ihren Aufenthalt in der Luft und in den Eiementarsphären haben, Dämonen (שדים) genannt: werden. Monatsschrift, 52. Jahrgang. 42.