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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 6 · p. Seite 655

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 6
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1908-01-01
Page
Seite 655 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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655 Die Stellung des Simon oen Zemach Duran etc. höchsten Stufe der Erkenntnis gelangt. So war es bei Mose, der deshalb der Vater der Weisheit, der Vater der Thora und der Vater der Prophetie genannt wird1). Aus dieser Anschauung heraus ergibt sich für Duran, wie er in der Einleitung zum Magen Abot bemerkt, als die leitende Tendenz, die er in diesem Buche verfolge, daß er in ihm den Nachweis führen wolle, wie die Lehren der Thora mit den wahren Ergebnissen der philosophischen Forschung in vollkommenem Einklang ständen2 3). Daß er bei der Darlegung der jüdischen Glaubenslehren, wie es auch Maimonides getan habe, auf die Ansichten nichtjüdischer Denker Bezug nehme, daraus sei ihm kein Vorwurf zu machen, denn die Wahrheit müsse man von Jedem an nehmen und soweit er den Ansichten jener Denker zustimme, geschehe dies nicht auf ihre eigene Autorität, sondem auf die Autorität der Wahrheit hin. Auch wo sie geirrt haben, haben jene Denker nicht etwa die Absicht gehabt, sich gegen die Wahrheit aufzulehnen, sondern sie unterlagen gleichsam einem Zwange, indem sie, nur auf ihre Vernunfterkenntnis angewiesen, der prophetischen Erkenntnis entbehrten, die den Offenbarungsgläubigen zu teil geworden ist. Damit ist uns aber auch die Grenze gezogen, über die hinaus wir der philosophischen Spekulation nicht folgen dürfen, nämlich da, wo sie mit der Lehre der Thora in Widerspruch tritt8), oder wo sie Behauptungen aufstellt, für die sie keinen Beweis zu erbringen vermag4 * * *), Entspricht die hohe Wertschätzung der Wissenschaft, wie sie sich in diesen Ausführungen zu erkennen gibt, der ganzen Geistesrichtung Durans, so wird sie bei ihm noch 1) Einleit, zu M. A., S. la—lb. 2) M. A., Einleit. S. 2 a, vgl. das. S. 13 a. 3) M. A., Schluß der Einleitung, ף M. A., S. 86 b: ועתה אדבר בעניןעוה״ב והשכר הצפון לצדיקים ע״ד רדל שאחר שדברי המתחכמים הם חלושים ואין להם מופת בדבריהם, עכ״פ כשוב אל הקבלה, וכזה אמרו הכמי או״ה, כי כל מה שלא נתבאר בבופת נשוב בו אל התורות וכ״ש שיש לנו לומר לא תהא תורה שלנו כשיחה בטלה שלהם♦

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