Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 652 (sequence 12)
- Language
- German
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652 Die Stellung des Simon ben Zemach Duran etc. diesen Männern, die durch irrtümliche Schriftauslegung zu solchen Ansichten gelangt sind, die Zugehörigkeit zum Judentum abzusprechen, ebenso wenig wie dies demjenigen Weisen gegenüber geschehen ist, der die Messiashoffnung des Judentums verwarf, weil er meinte, die messianischen Verheißungen seien bereits zur Zeit des Königs Hiskia in Erfüllung gegangen. Anders verhält es sich mit Elisa ben Abuja, der sich durch das Bekenntnis zum Dualismus in einen bewußten Gegensatz zu den in der Thora verkündeten Grundlehren des Judentums gestellt hat. Demgemäß darf man auch nicht, wie es Maimonides getan hat, diejenigen Weisen, die sich bei vollster Glaubens- und Gesetzestreue in einzelnen Punkten zu irrtümlichen Ansichten bekannten, wenn sie z. B. in buchstäblicher Auffassung gewisser Midraschstellen Gott eine gewisse Körperlichkeit beilegten, für Ketzer erklären, was schon von Abraham ben David mit Recht gerügt worden ist. Das ist ebensowenig zulässig, als wenn jemand den Maimonides selbst wegen seiner irrtümlichen, mit dem Wortlaut der Schrift und der traditionellen Auffassung unvereinbaren Deutung der Erzählung von der Eselin Bileams, oder den großen Gelehrten Gersonides wegen seiner irrtümlichen Ansicht in Betreff der Welt- Schöpfung für Ketzer erklären wollte. Denn auch sie und diejenigen, die in ihren Spuren wandeln, halten an den Grundlehren des Judentums fest, und wo sie von den herkömmlichen Anschauungen abweichen, geschieht dies infolge ihrer spekulativen Geistesrichtung und in dem Bestreben, die Dinge der vernunftgemäßen Auffassung näher zu bringen, wie sich auch die Weisen des Midrasch, ohne an den Grundlehren des Glaubens rütteln zu wollen, durch Heehaluz VI, s. 94: ולפי שהפשט לא דתן אלא להמון במו שנתבאר טעמו בפתיחת הספד, וההמון אינם מבינים מן הקדימות אלא הזמניות בלבד, הערימה התודה לזכור. הקדימות הטבעיות במלות משותפות מורות על טבעיות וזמניות באחד, כדי שיחיה למודה כולל את הכל, יהירים והמוניים, וישיג בה כל אחת משתי הכתות ההצלחה הראויה לה והתועלת המיוחד בו, ולפיכך דבר הכתוב אהד בפה ואחד בלב, תוכו לחכמים וברו לטפשים.