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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 6 · p. Seite 645

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 6
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1908-01-01
Page
Seite 645 (sequence 5)
Language
German
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Die Stellung des Simon ben Zemach Duran etc. 645 ihm Maimonides getan hatte, die Lehren des Judentums mit den Anschauungen der arabisch-aristotelischen Philosophie in Einklang zu bringen. Die Wiederaufnahme dieser Aufgabe mochte damals umso dringlicher erscheinen, als es in der jüdi^ sehen Literatur noch an einer gründlichen Auseinandersetzung mit den Lehren des Mannes fehlte, in dem der arabische A.ristotelismus den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht hatte, denn Maimonides hatte den größten Teil der Schriften des Averroes erst kennen gelernt, als er bereits mit der Ausarbeitung seines »Führers« beschäftigt war und einen Teil dieses Werkes vollendet hatte1). Vielleicht lag es daran, daß sich die Schwierigkeit dieser Aufgabe inzwischen so erheblich gesteigert hatte, daß Gersonides in gewissem Sinne an ihrer Lösung gescheitert ist. Auch er hat, die von Maimonides gezogenen Grenzen überschreitend, dem Aristotelismus Zugeständnisse gemacht, die auch dem unbefangeneren Beurteiler als mit dem Wesen des Judentums unvereinbar erscheinen mußten. So hat er, wie sich Simon ben Zemach Duran, der Schriftsteller, mit dem wir uns hier beschäftigen wollen, einmal ausdrückt, die Mauer niedörgerissen, die Maimonides durch den von ihm aufgestellten Grundsatz, daß man von den Gesetzen des Ent- Stehens innerhalb der bereits gewordenen Welt nicht auf das uranfängliche Entstehen der Welt selber schließen dürfe, gegen das Eindringen der aristotelischen Lehre von der Ewigkeit der Welt in das Judentum aufgerichtet hatte2). 1) Vgl. Rosin, Die Ethik des Maimonides, S. 9, Anm. 3; Josef Caspis Morekomment, (ed Werblumer) S. 61, ־מנורת הכסף (ed. Last) S. 80, Falaquera, More ha-More S. 8. Auch Isaak Abravanel bemerkt einmal in seinem Morekommentar (zu More II, 19), daß Maimonides bei der Abfassung des More den Averroes, seinen in einem anderen Lande lebenden Zeitgenossen, nicht gekannt habe. — More ha-More S. 56 vermutet Falaquera eine Benutzung des maimonidischen More durch Averroes, vgl. auch das. S. 105, 106. 2) Magen Abot (im Folgenden mit M. A. bezeichnet), ed. Livorno 17S5 (einzige Ausgabe), S.93b: זאת היא חומה בצורה בנאה הרב דל סביב התורה סותרת בל ראיות הפילוסוף על הקדמות ממבע המציאות, והרלב״ג חשב

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