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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 6 · p. Seite 643

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 6
Article
Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
Date
1908-01-01
Page
Seite 643 (sequence 3)
Language
German
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Die Stellung des Simon ben Zemach Duran etc. 643 Lehrsystem des Judentums war angepaßt worden, ihren unerschrockensten und konsequentesten Vertreter gefunden. Hatte Maimonides, obschon von der Richtigkeit der Grundlehren der aristotelischen Philosophie überzeugt, doch gegen ihr Hinübergreifen auf das eigentlich religiöse Gebiet entschiedenen Einspruch erhoben, indem er den Grundsatz aufstellte, daß die Autorität des Aristoteles sich nur auf die Dinge innerhalb der sublunarischen Welt erstrecke, während seine Ansichten über die Dinge in der translunarischen Welt als bloße Vermutungen jeder Beweiskraft entbehrten und deshalb als unverbindlich zu betrachten seien, so waren seine Jünger über diese von ihrem Meister gezogene Grenze ohne Scheu hinausgegangen und zu bedingungslosen Anhängern der Lehren des »Philosophen« geworden. Mit welcher Rücksichtslosigkeit sie dabei für ihre Anschauungen eintraten, das zeigt sich zum Beispiel bei Isaak Albalag (Ende des XIII. Jahrhunderts), der in seinem Fanatismus für die Philosophie soweit ging, selbst den Charakter des von ihm so bewunderten Meisters zu verdächtigen und den Maimonides der Unaufrichtigkeit und Hinterlist zu bezichtigen, weil er nicht den Mut gehabt habe, sich offen zu der Lehre von der Ewigkeit der Welt zu bekennen, obschon er doch von ihrer Wahrheit innerlich überzeugt gewesen sei1). Und das wagte, ein Mann zu sagen, der selber in dem Konflikt zwischen Religion und Philosophie keinen anderen Ausweg wußte, als daß er sich zu der damals auch bei den dem Averroismus ergebenen christlichen Theologen aufgekommenen Theorie von der doppelten Wahrheit bekannte, daß er die Behauptung aufx) Hebr. Zeitschrift Hechaluz,'VII. Jahrg., S. 160: ומי יתן ידעתי למה לא גלה הרב המורה לבו בענין וה והוא כמדבר בערמה, פעם רומז ומעיד על היות אמונתו זאת ובונה ראיותיו עליה, כמו שעשה בם׳ המדע כשרצה לבאר שאין לכה הבורא תכלית׳ ביאר' אותו מתנועת •הנלגל שהוא תמידית נצחית׳ הוא שא׳* אלוה זה אין לכחונךן ותכלית שהרי הגלגל סובב תמיד, ופעם משיב על הפילוסופים בשענות.עיוניות תוויפות ומשתדל לסתור דעתם מדרך־ההקש ואומר שחדוש העולם הוא אחד מעיקךי התורה אשד א״א להכחישו• וכו,♦ 41

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