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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 628

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1908-01-01
Page
Seite 628 (sequence 3)
Language
German
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628 Besprechung. Daß durch richtige Erklärung des Jeruschalmi viele historische und literarhistorische Annahmen berichtigt werden müssen, habe ich an mehrere Stellen gezeigt (vgl. Nr. 24 und 15 c). Daß bezüglich der Rech ts b eg r if f e zwischen den Lehrern in Palästina und denen in Babylonien Verschiedenheit herrschen mußte, wird jeder, der über das Wesen des Rechts nachgedacht hat, ohne Weiteres sicher annehmen. In der Tat habe ich solche verschiedene Rechtsauffassungen zwischen den palästinensischen und babylonischen Amoräern mehrfach nachgewiesen (vgl. Nr. 13 b und Nr. 29). Ich kann hier nur andeuten und muß betreffsl der näheren Ausführung auf das Buch selbst verweisen. Eine Variante zwischen T. u. M., die sich auf S. 440 befindet, will ich hier beispielsweise anführen, weil aus ihr zu ersehen ist, wie der Jeruschalmi korrumpiert ist, und wir die Kühnheit bewundern müssen, mit welcher R, Elia Wilna ihn emendiert hat. Diese Emendation war ihm aber nur möglich, weil er die Tosefta mit dem Jeruschalmi verglich. Zur genaueren Erklärung füge ich einzelne Sätze in Klammern bei. »In der Mischna Meila 5 § .(3) ולד חטאת heißt es [חמור מועלי בה ובחלבה. R. Lippmann Heller, der oft sprachlichen Unebenheiten in der Mischna sein Augenmerk schenkt, findet es auffallend, daß חמור für Eselin gebraucht wird, was hier nur gemeint sein kann, da von deren Milch die Rede ist, das ist allerdings eine sprachliche Schwierigkeit. In einer lebenden Sprache, die für das männliche und weibliche Tier verschiedene Ausdrücke hat, wechselt man nicht leicht mit denselben. Ebesowenig, wie man sagen kann שור וחלבה, wird man חמור וחלבה gesagt haben. Höchstens wenn die Sprache abgestorben ist, kann der Unterschied sich verwischen. ImSifra steht wirklich חמורתה und im Jerusch. Maasser scheni 3 b (54 c) steht in der Krotoschiner Ausgabe חמור, in der Ausgabe Sitomir חמורה, was offenbar eine Emendation des Herausgebers ist nach Sifra. ln der Tosefta das. Abschnitt 17 § (1) ר׳ יהשוע אומר lesen wir הקדיש מרה מועלין בה בחלבה ובוולדה (so zu. lesen statt בהן וולדה וחלבה s. R. David Pardo) חמוד מועל י ן בו ובחלבו. Nach dieser LA ist חמור ganz richtig. Zuerst wird gesprochen von der Milch und dem Jungen der Kuh und dann von dem Fett des Esels. Würde im zweiten Fall von der Eselin die Rede sein, so hätte doch ובוולדה hinzugefügt werden müssen, wie im ersten Fall. Aber einen deutlichen Beweis, daß sich der Jerusch, auf die Tosefta bezieht, haben wir durch die Emendation R. EL Wilnas. Sie steht in dem Büchlein הגהות ירושלמי zu Seraitn, herausgegeben von R. David Lurja. Sie lautet: וחלב לאו נטתה היא (במתה הוא .1) וכל שאין לו פדיון אין מועלין בו אן תפתרנה בחלב (ר״ל בקמץ> לא יכול דתנינן חמור.

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