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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 617

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 617 (sequence 27)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter, 617 merkenswerten Worten: ותשובת שאלה זו ממתיבתא שאלו eine Verhandlung über die Zeit der Megillavorlesung, indem bei Gelegenheit des auf den Sabbath den 18. Adar fallenden Estherfesttages zum ursprünglichen Thema zurückgeleitet wird. In Scheeltot hingegen wird die Vorlesung der Megilla im Abschnitt ויקהל behandelt, wenn auch in etwas anderer Weise. Ob nun die dort im Eingang genannte מתיבתא die von R. Acha oder einem seiner Nachfolger geleitete Hochschule war, oder, ob es sich um eine von Palästina nach Babyionien gerichtete Anfrage handelt, möchte ich ohne Weiteres nicht entscheiden. Ebenso zeigt Tanchuma, Abschnitt נח Nr. 4, eine direkte, wenn auch ein wenig geänderte Bearbeitung von Scheeltot, Anfang der Parascha Nr. 4, ferner Tanchuma, Abschnitt משפטים Nr. 6, im Verhältnis zu Scheeltot am Anfang dieser Perascha Nr. 58, und schließlich Tanchuma חקת Nr. 2 gegenüber Scheeltot, טטות Nr. 137, wobei ersteres auch an Unrechter Stelle steht. Als ein rein halachisches Gegenstück dieser eben behandelten Jelamdenubearbeitung haben wir die Schluß, redäktion der Massechet Sof’rim anzusehen, in der manches in Stil und Inhalt an R. Achas Werk erinnert, wie es bereits J. Müller dargetan hat1). Die in diesem Traktat enthaltenen Riten jedoch suchen gegenüber Babylon die Selbständigkeit für die palästinensische Tradition zu wahren2), wozu wohl sicherlich berechtigter Anlaß gegeben war. Denn, wahrscheinlich durch den Ruf des Verfassers der Scheeltot angelockt, haben sich in Jerusalem und anderen Städten Palästinas viele Babylonier angesiedelt, die die von ihrer Heimat ausgeübte geistige Suprematie auch zur Geltendmachung ihrer synagogalen Gebräuche gegenüber ג) Vgl. dessen, Edition § 15, S. 21 u. Anm. 44. Mit Unrecht jedoch glaubt M. in der Wendung אבל an zwei Stellen eine Nachbildung des Stiles der Scheeltot zu erblicken, da es hier nur eine durch den Text selbst gegebene Einschränkung enthält. 2) Vgl. ebendort § 15, S. 19 u. Anm37 ־.

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