Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 616 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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£16 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. hatte, zu einer höheren Stufe der Gesetzeskenntnis hinleiten wollten, und hierzu wurde gerade die Anlehnung an die Sedarim gewählt, ln allen diesen Punkten zeigen die Scheeltot ein ganz anderes Bild, als die in und für Babylonien verfaßten Halachot Pesukot, des Jehudai Gaon1). Als ein durch die Scheeltot veranlaßtes Produkt der palästinensischen Geistestätigkeit kann auch die Überarbeitung des Jelamdenu und der Grundschrift des Tanchuma angesehen werden, die uns in den alten Druckausgaben des Tanchuma vorliegt. Man vergleiche z. B. Scheeltot Anfang mit Tanchuma Nr. 2, wobei zu bemerken ist, daß die etwas ungewöhnlichen aramäischen Ausdrücke וכד מצבית2) ליה und הילולא der Vorlage dort durch verständlichere, wenn auch nicht ganz adaequate Wendungen wiedörgegeben sind. Das Eingangswort שאילתא läßt uns die Annahme der Entlehnung aus Scheeltot zur Sicherheit erheben, nur, daß diese ganze Abhandlung hier nicht an richtiger Stelle steht, sondern hinter Nr. 5 gehört. Auch der R. Acha eigene Ausdruck ברם צריך ist herübergenommen, wobei jedoch Tanchuma sich bedeutend kürzer fassend, das Thema zu Ende führt, während Scheeltot nach längerer Digression das Thema wieder aufnimmt. Bei Tanchuma wiederum schließt sich daran mit den be- *) Neuerdings will Kaminka, der eine neue kritische Ausgabe der Scheeltot vorbereitet und gleichsam als Einleitung hierzu einen Artikel im Hakeden! Jhrg. II, Heft I, über das Verhältnis der Scheeltot zum Jeruschalmi veröffentlicht, erstere als jüdisches Gegenstück zu den damals in syrischen Lehrhäusern gepflogenen Verhandlungen ansehen, indem viele formale Übereinstimmungen sich aufweisen ließen. Es muß dies jedoch erst einer näheren Prüfung unterzogen werden. Eine Anlehnung der Scheeltot an ähnlich klingende Stellen im Bahli, wie z. B. שאול שאילה זו, Sabbat 30 a—b, ist auch wegen der grundsätzlichen Verschiedenheit in Anlage und Aufbau meines Erachtens nicht anzunebmen. 2) Die in der Ausgabe Dyhernfurt gegebenen Erklärungen zu diesem Wort können nicht befriedigen, wenn nicht מצבי gelesen wird. Die ed, Wilna ist mir nicht zugänglich.