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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 613

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 613 (sequence 23)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 613 formel ילמדנו רכנו nur eine phraseologische Aufforderung zu einer Darlegung des betreffenden Gegenstandes ist, oder eine wirkliche Bitte um Belehrung enthält. Mit Recht weist Lern er darauf hin1), daß zum Unterschied von den im Talmud selbst sich findenden Jelamdenuformeln, es sich in der uns erhaltenen Gestalt des Jelamdenu um bereits feststeh ende Halachas handelt. Betrachten wir dieselben näher, so finden wir, daß es sich sowohl bei den Fragen streng halachischer Art, wie bei den über ethische Probleme2) fast ausnahmslos um Sätze aus der Mischna oder den ihr nahestehenden tannaitischen Midraschim handelt3). Öft finden wir auch, daß in der Frage selbst schon der Wortlaut der Mischna selbst angegeben wird. Soll die Bitte um Belehrung nun bloß eine Aufforderung gewesen sein an den Darschan, um sich über ein Thema zu verbreiten, das klar ausgesprochen in dem halachischen Lehrstoff vorlag, oder gar ihm Gelegenheit zu geben, sich als virtuoser Redner zu zeigen, der, wie Epstein meint4), nach Art der Sophisten sich weitläufig über den Gegenstand verbreiten wollte, ohne einen bestimmten Zweck zu verfolgen? Außer den von Lerner5) und G r ü n h u t dagegen vorgebrachten Gründen ist noch einzuwenden, daß schwerlich im Judentum der damaligen Zeit eine derartige Nachahmung griechisch-rö־ mischer Art stattfinden konnte, schon aus bewußter Abneigung gegen das so verhaßte Edom. Wir können aber auch nicht die Jelamdenuformeln mit Lernet als bloße Ein- *) Vgl. dessen Abhandlung »Jelamdenu Rabbenu« im Jahrbuch der Jüd.-Literarischen Gesellschaft I, Frf. a. M. 1903, S. 206—207. 2) Vgl. einige deraitige in Tanchüma ed. Buber. 3) Vgl, z, B. Tanchüma ed. Buber, Abschn. מיקץ Nr. 14 (S. 198), das aus Sifra zu Lev. entnommen ist. *) Vgl. seine Ausführungen in der Einleitung zu Grünhuts Sefer ha-Likutim, T. II (Jerus. 1898), S. 23—24. 5) A. a. G., S. 206. 6) A, a. O., S. 24, Anm. 1—4. ד) So meint Lerner a, a. O., S. 207, § 6.

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