Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 612

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 612 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829811-2829817-2888662--36527-2888781
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

612 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter, »Bereschith Rabba«1) anzusehen, ferner gehören wohl sicher einer etwas späteren Zeit das Jelamdenu und die Grundschrift des Tanchuma an, da die uns; vorliegenden beiden Rezensionen des letzteren Werkes sicher jüngeren Ursprunges sind2). Bezeichnend für den Stand der Kenntnisse und auch für die Art des Midrasch- und Halachastudiums ist besonders das Jelamdenu werk3), indem einerseits die Belehrung in öffentlichem Vortrag über halachische Be- Stimmungen mit der Aufforderung ילמדנו חנינו erbeten wurde, andererseits man zu dem in der tannaitischen Epoche geübten Brauch, Häggadisches mit Halachischem zu verbinden, zurückkehrte. Wollten wir es versuchen, ein bestimmtes Alter für das ursprünglich diesen Namen tragende Werk festzusetzen, so kann uns vielleicht dessen Sprache, in der wir viele fremde Elemente wahrnehmen4), zu der Annähme führen, daß es einer Zeit angehört, in der dem Volke diese Sprachbildungen noch geläufig waren, also etwa die Epoche des Überganges von der byzantinischen zur arabisehen Herrschaft. Es ist nun die Frage, ob die in den uns vorliegenden Rezensionen voranstehenden Fragen halächischen oder haggadischen Inhalts noch aus dieser Zeit herrühren oder lediglich den späteren Bearbeitern des Tanchuma zuzuschreiben sind, und ferner, ob die Fragel) Bei dieser Gelegenheit sei darauf verwiesen, daß die landläufige Erklärung der Bezeichnung »Rabba« durch das dem R. Hoschaja beigelegte gleichlaufende Epitheton unhaltbar geworden ist, indem glaubwürdige Mss. des Midrasch den Namen des Genannten ohne diese Benennung haben; vgl. Jacobe Besprechung von Theodors Ausgabe des Midrasch Bereschith Rabba in den Göttingischen Gelehrten Anzeigen 1905, S. 365. 8j Vgl. hierüber Epstein im Beth Talmud. Jhrg. IV. 3) Grünhut hat in seinem Sefer ha-Likutim T. IV—VI (Jerusalem 1900—1903) den Jelamdenu zu Numeri, Deuteronomium und Genesis zu rekonstruieren versucht. 4) Vgl. hierüber Grünhut in der Einleitung zu Sefer ha-Likutim T. IV, Jerusalem 1900, S, 5 fgg.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.