Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 610 (sequence 20)
- Language
- German
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610 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. Glieder der genannten Massoretenreihe betrifft, so ist für uns auch das Karäertum des Mosche ben Ascher und seines Sohnes unhaltbar geworden, trotz der nochmals von Graetz vorgebrachten Gründe hierfür1), Die mannichfachen auf Tal״ mud- und Hagadaaussprüche sich gründenden Wendungen2), ferner die Berührungen mit dem Gedankenkreise des Sefer Jezira, daslediglich dem Rabbanitentum angehört, ferner die Hervorhebung der Verbindlichkeit der Aussprüche der Weisen8) — dies alles läßt uns, trotz einzelner, vielleicht der karäischen Ausdrucksweise nahestehenden Worte4), die Zugehörigkeit der beiden ben Ascher zum Karäertum als endgiltig ausgeschlossen annehmen. Daß aber gerade die uns die Kunde von Mosche ben Ascheris Wirken gebenden Dokumente im Besitz von Karäern waren, oder für diese geschrieben waren5), beweist uns nur die vollständige Abhängigkeit der das »Suchen in der Schrift« und deren Erforschung mehr im Munde führenden als es wirklich betätigenden Sekte von den so vielfach geschmähten Rabbaniten, die allein für die sorgfältige Hütung des Thorawortes und die Ausgestaltung der Grammatik Sorge trugen, was freilich späterhin den als besondere Leuchte der Karäer geltenden Elia Hadassi nicht hinderte, in den grammatischen Partieen seines :*) Vgl. seine Bemerkungen in der Monatsschrift 1881, S. 366 —367, Anm.T, trotz Baer-Strack in den Dikduke, S. XIII—XIV; vgl. jetzt auch Harkavy a. a. O. S. 488—489, Anm. 183 u. Harris in JQR. a. a. O. S, 244—245. Vgl. Auch die Nachweisungen der Herausgeber an verschiedenen Stellen. ,*) Vgl. Dikduke, S. XIII, und Rosins Besprechung in der Monats- Schrift 1881, S. 521-522. 8) Vgl. z. B. § 9, s. 11, z. 5—6 ועל דבדי חכמים לא יעבודה. 4) Vgl. ebendort und Harkavy a. a. O. Die von Graetz urgierten Ausdrücke: בלעת u. ,בעדד haben hier durchaus nicht den von ihm substituierten Sinn, wie auch schon aus dem dazwischen stehenden בציווי ersichtlich ist. Das Wort בעדה zumal hat doch, wie die Variante בכנסת ergiebt, die Bedeutung, daß es von der Gemeinde Israels bewahrt wurde. 5) Auch diese Momente macht Graetz a. a. O. geltend.