Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 605 (sequence 15)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 605 nicht feststellen; doch wird man mit David Oppenheim nicht fehlgehen, wenn man das Ende״ der Saboraeerzeit, ungefähr das letzte Drittel des sechsten Jahrhunderts, annimmt1), — indem wir diese Epoche um ein weniges weiter ausdehnen als Graetz2), — zugleich die Zeit, wo die Derascha allmählig zum Pijjut wurde. Was diese Epoche ah maßoretischen Ergebnissen liefert, können wir ungefähr wahrnehmen an dem diese Materie behandelnden Abschnitte der Massechet Sofrim, besonders Cap. VI und VII, wo Anklänge an die ältere Massora des Talmud zu finden sind, die nun weiter fortgebildet wird3), und die man, verglichen mit der späteren, ein mehr grammatisches Gewand annehmenden Phase, die zweite Periode der Massora nennen kann. Derartige Vorschritten, wie sie der genannte Traktat enthält, haben wohl zur Abfassung des dem Mose ben Hillel zugeschriebenen, noch von David Kimchi erwähnten Musterkodex des sogenannten Sefer Halali geführt4). Allmählich lichtete sich für die Juden Palästinas der Horizont. Die halachische Tätigkeit, allerdings mehr dem praktischen Interesse, als der diskussiven Erörterung dienend, wie sie in den babylonischen Hochschulen gepflegt wurde, fand ihren Ausdruck in den der Homilie sich nähernden Jelamdenu-Werken5), z. T. auch in Zusammenstellungen, denen wir im Massechet Sofrim begegnen* und auch die massoretische Tätigkeit fand eine mehr schulgemäße, v/ir möchten sagen, akademische Behandlung. Zu der Zeit, als der Islam mehr und mehr befreiend wirkte, entfaltete sich auch auf diesem Gebiete eine intensivere Tätigkeit. Im *) Vgl. dessen Aufsatz zur Geschichte des Massora im Magazin etc. II, S. 39. 2) Vgl. Frankel, Beiträge zu einer Einleitung in den Talmud, in Monatsschr. 1861, S. 264—265, der circa 90 Jahre annimmt. 8) Vgl. hierüber J. Müller, Massechet Soferim, S. 8—10. 4) D. Oppenheim setzt dieses ins 7. Jahrhundert. Vgl. auch Leberechts Einleitung zur Edit. von D. Kimchis Wb. s. v. ö) Vgl. hierüber den folgenden Abschnitt.