Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 606 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829811-2829817-2888662--36521-2888775- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
G06 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. zweiten Drittel des siebenten Jahrhunderts haben sich infolge prinzipieller Differenzen in Tiberias zwei Schulen gebildet, aus denen sich die nach ihren Hauptvertretern Ahron ben Moscheh ben Ascher und Ben Naftali genannten Systeme entwickelten. Klar hat aus den auch von Harkavy als echt befundenen Epigraphen einiger Tschufutkaleschen Bibelhandschriften1) Adalbert Merx die mit dem bereits erwähnten Pinchas, genanntm^fi ראש., und Achijahu, genannt der הנר — ein nur in den palästinensischen Schulen heimischer Titel -־־ beginnenden Reihen der jeweiligen Häupter dieser Schulen entwickelt2). Da an der Authentizität des genannten Berichtes und der darin yorkommenden Namen nicht zu zweifeln ist, gewinnen wir auch die Kenntnis der Tatsache, daß sich in Palästina Hochschulen mit dem Beginn der Herrschaft des Islams gebildet haben, die sich eine den babylonischen Akademien fast gleiche Verfassung gegeben haben, und in denen, dem Stand ihrer Studien entsprechend, halachische Erörterungen gepflogen wurden, besonders aber das System der Massora seinen bis ins Einzelnste sich erstreckenden Ausbau fand. Ein wichtiges Glied in dieser Kette von Tradenten der Massora ist nun Pinchas, den wir auch zugleich als Pijjutdichter kennen gelernt haben, ohne daß uns freilich bis jetzt synagogale Dichtungen von ihm bekannt geworden sind. Aber beide von ihm ausgeübte Tätigkeiten schließen sich der Wirksamkeit seines Vorgängers Eleasar Kalir an. Ist es doch dessen Verdienst, der hebräischen Sprache durch seine kühnen Wortbildungen gewissermaßen ein neues Gewand verliehen zu haben, wodurch die Sprache der Propheten, der Psalmisten und Spruchdichter als eine lebendige, der Fortbildung fähige sich ג) Vgl. dessen, Altjüdische Denkmäler aus der Krim, S. 245—246. 2) Vgl. seinen Aufsatz über die Punktation einiger Targum״ handschriften in den Verhandlungen des V. 'Orientalisten-Kongresses, Berlin 1882, Bd. II, Abtlg. 1, 5. 188—209, ferner Dikduke lia-Teamim von Baer u״ Strack, S. 78—79, und die von Harkavy in Brülls Jahrbüchern II, S. 174-175 veröffentlichte Liste.