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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 604

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 604 (sequence 14)
Language
German
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604 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. gebrachten Gründe ist auch eine Priorität des babylonisehen vor dem als tiberiensisch bezeichneten pälästinisehen System nicht anzunehmen, wie auch Nöldeke letzteres nicht als jünger gelten lassen will1). Vollends aber haben Funde aus der Genisa mit einem, gleichfalls in Palästina üblichen, merkwürdigen Zeichensystem, dessen übrigens auch im Machsor Vitry bereits Erwähnung geschieht2), den Beweis erbracht, daß es vor einem etwaigen Herüberdringen der babylonischen Vokalzeichen solche auch im heiligen Lande gegeben hat. Diese, zuletzt von Kahle eingehend behandelten Reste des erst seit 12 Jahren bekannten Systems3), zeigen uns nun im Verhältnis zu dem sogenannten tiberiensischen eine große Unbeholfenheit und erweisen sich als für den Gebrauch unpraktisch, wodurch eben seine Priorität gegenüber diesem, und also auch dem babylonischen, als feststehend anzunehmen ist. Wir dürften demnach wohl, trotz der bisher herrschenden, gegenteiligen Anschauungen, Palästina als das Stammland der Vokalzeichen betrachten. Hatte nun die Zeit des Druckes eine intensivere, maßoretische Tätigkeit nicht zur Entfaltung kommen lassen, worin wohl auch mit dem Eintreffen Mar Sutras 11 eine Änderung noch nicht eingetreten ist, so hat Dosa ben Eleasar die inzwischen in Babylonien unter günstigeren Umständen entwickelte Maßora wieder nach Palästina verpflanzt, wo sie in Tiberias nun liebevollere Pflege fand. Genau lässt sich die Zeit von Dosas Wirksamkeit für das heilige Land ג) Vgl. Geigers Jud. Zeitschr. XI, S. 290. Ich nehme hier Veranlassung auf das viel schätzbares Material enthaltende Werk von Jacob Bachrach מאמרי יעקב הגברבי על קדמות הניקוד, Warschau 1897, hinzuweisen, wo das Alter der Vokalzeichen schon in die prophetische Zeit hinaufzurücken versucht wird. *) Vgl. die ersten Veröffentlichungen hierüber in JQR. VI u. VII von Neubauer u. Friedländer. 3) Vgl. dessen Studie: Zur Gesch. d. hebr. Punktation, in Stades ZATW., S. 273 fgg.

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