Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 602 (sequence 12)
- Language
- German
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602 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäisehen Zeitalter. Rufus aus dem heiligen Lande ausgewiesen wurde, damit keine Thora mehr in Palästina gepflegt werde* 1). Ob nun wirklich seit dieser Zeit die intensivere Beschäftigung mit der soferischen Tätigkeit geruht hat, und sie allein in Babylon, wohin Nakkai sich gewandt hatte, weiter gepflegt wurde, ist schwerlich anzunehmen. Durch die Gewaltmaßregeln eingeengt, hat sich dieser Teil der Wissenschaft nun allerdings wohl mehrend mehr dermidraschisch-haggadischenAuslegung der heiligen Schrift angeschmiegt, um in ihr gewissermaßen aufzugehen2 *). Der Safra ist zum Teil durch den nach ihm rangierenden Dar sch an, der uns im Midrasch entgegentritt, verdrängt worden, gleichwie später der Darschan durch den ihm nicht gleichwertigen Chassan abgelöst wurde, als die Not der Zeit eine Verschiebung der Tätigkeit herbeiführte. Jedoch, wenn auch wohl eine intensive maßoretische Beschäftigung unterblieb, bildete sich dennoch in der Stille der Lehrstuben ein richtiger Faktor für das allgemeine Verständnis der heiligen Schriften heraus: es ist dies das V okalisations System. Die allgemein gütige Annahme der neueren Zeit, von Graetz begründet8), und, zum Teil noch über ihn hinausgehend, von Darstellern der Ge־ schichte der Maßora, wie J. Harris und Bacher4 *) aufgenommen, lässt die Anfänge der hebräischen Vokalisation in Babylou. Bacher’s, ibid. XVII, S. 169-172, den richtigen Namen dieses ältestes Gliedes der Massoretenkette erkannt zu haben; vgl. besonders Bachers Ausführungen a. a. O. 1j Aus diesen Worten: דלא תהיי אוריתא בארעא דישראל geht deutlich die höhere Bedeutung des Safra für Thorakenntnis hervor. *) Über die uns im midrasclüsehen Schrifttum erhaltenen mss« soretischen Bemeikungen vgl. besonders L. Blau, Massoretische Untersuchungen, Kap. VII, S 54—60. ג) Vgl. Graetz, Die Anfänge der Vöcalzeichen im Hebräischen in Monatsschrift 1881, S. 348—367 u. 395—405, besonders S. 396 ff. 4) Vgl. seine Abhandlungen über die Massora bei Winter u. Wünsche a. a. O., II, S. 126—127 u. in »Anfänge etc.‘, S. 14 ff.