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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 601

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 601 (sequence 11)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 601 Häkedem, der über die Verseinteilungen in der talmudischmidraschischen Literatur handelt1). Dort wird uns geschildert, wie den Kindern die Kenntnis der Bibel durch Versanfänge resp. Verseinteilungen vermittelt wird, und über diese Lehr- Übungen hatte, nach Sabbat 11a, der Chassan zu wachen. Wer aber hatte die Verseinteilungen zuwege gebracht? Doch wohl kein anderer als der Sofer, der gewissermaßen als der obere Lehrer angesehen werden kann, und dem der Chassan unterstand2). Daher die Klage in Sota 1. c., daß der Sofer zum Chasan herabsank, ebenso wie dieser wieder zum Unwissenden wurde, eine Schilderung, auf die man vielleicht das talmudische Wort גוזמא קתני anwenden kann. Daß der Sofer auch Lehrer war, ersehen wir deutlich aus Aussprüchen wie z. B. Tosifta Megilla c. 4. gegen Ende: .(3מעשה דוד ובת שבע לא נקרא ולא מתרגם והסופר מלמד כדרכו War nun die Tätigkeit des Sofers dem Unterricht gewidmet, und zwar mehr um die Methodik vorzubereiten, gegenüber der mehr handwerksmäßigen Übung seitens des Chassan, so trat sie hinter der des letzteren vielleicht mehr zurück, als sie infolge der Verfolgung der römischen Machthaber gewaltsam unterdrückt ward, ja sogar die Soferim, die Träger der Verbreitung der Volksbildung teilweise zur Auswanderung gezwungen wurden. So wird uns von Nakkai, dessen als ספרא wiederholt im Talmud und Midrasch Erwähnung geschieht4), berichtet, daß er durch den römischen Statthalter ף Vgl. die Studie: ספרות התלמוד והמדרש על דבר פסוקי התורה in der genannten Zeitschrift, Jhrg. I, S. 120—121, u. bes. S. 121—22, Anm. 1 betreff des Chassan. a) Bezeichnend sind hierfür die Ausführungen von Raschi in Baba bathra 21 a zu den Worten בסופר מתא, wo es heißt: מלמד תינוקות העיר ומושיב מלמדים תחתיו והוא מורה את כולם איך יעשו. — Nachträglich finde ich eine Bestätigung meiner Ansicht über den Unterschied zwischen dem Chassan und dem Safra, bei Frankel, Mebo ha־Jerusehalmi s.v. ספרא. 3) Vgl. auch Massecheth Sofrim IX, 8 u. Müller ibid. S. 139. 4) Es ist das Verdienst Berliners, im Magazin XVI, S. 271—273,

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