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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 596

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 596 (sequence 6)
Language
German
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596 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. jenigen Kalirs, seitens der Häupter der Hochschulen in Babylon, was im Rahmen dieser Abhandlung zu erwähnen wir nicht für überflüssig halten. Es ist leicht erklärlich, daß gegen den aus Palästina stammenden Pijjut ein Antagonismus an dem Sitz der Hochschulen sich regen mochte, zumal gerade auf dem Gebiete des synagogalen Ritus tiefer gehende Differenzen zwischen den beiden Ländern herrschten. Andererseits konnten die Gaonen sich wohl auch nicht dem Verlangen auswärtiger Gemeinden nach Einführung von Pijjutim widersetzen. Aus diesen Beweggründen heraus haben wir wohl das erwähnte Gutachten Natrona'fs zu beurteilen, der auf die Anfrage, vielleicht einer ausländischen Gemeinde, — bekanntlich hat dieser Gaon vielfach mit dem Auslande korrespondiert1), — ob man die Pijjutim, in denen viele Haggadas verwendet werden, beim Gottesdienst rezitieren soll, dahin entschieden, daß es frei stehe, diese an den Festtagen zu verwenden2), falls sie dem Anfang und Ende der Benediktionen der Tefilla entsprechen, daß jedoch solche, die über diesen Rahmen hinausgehen, wie. die Stücke בקבוץ• גליות und 3בהקבץ בתולות), nicht zu gestatten sind, und daß man ihrer Verwendung entgegentreten soll4). Kein empfehlendes Wort findet sich hier über die Pijjutim, nur eine Konzession an den Brauch und das Bestreben einer Beschränkung der Geltung gerade Kalirischer Stücke5). Es ist darum nicht zu verwundern, wenn der mit 1) Vgl. Weiss a. a. O. S. 118-119. ־s) הרשות בידו ועיקר שאומרים בכל ברכה ברכה מעין פתיחתה ומעין חתימתה. 3) Ich vermag nach dem uns vorliegenden Material diese Pijjutim nicht nachzuweisen. Ein dem an zweiter Stelle genannten ahnliches Gedicht enthalten die Kerobot für Purim. .אסור לאמרו ואם אמר מלמדין אותו שלא יאטו כך (4 5) Es ist darum ein Irrtum von Weiss a. a. O. u. S. 226, wenn er Natrona'i für Kalirs Pijjutim eintreten läßt, um das Volk gegen Einflüße des haggadafeindlichen Karaeismus zu schützen; außerdem ist die Wendüng שמרבין בו דברי אגדה nach dem Wortlaut des Responsums von den

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