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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 595

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 595 (sequence 5)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischeu Zeitalter. ä95 Erwähnung der Kalirschen Dichtungen, bei dem im Jahre 857 zum Gaonat von Sura berufenen Natronai ben HilaY1) als terminus ad quem inne zu halten ist. Indessen ist zu beachten, daß erstens Kalir immer nur eine christliche Umgebung voraussetzt2), was zu seiner auch von Zunz angenommenen Heimat in Palästina oder Syrien gerade zu einer so späten Zeit nicht passen würde, da um diese Zeit das Christentum in jenen Ländern doch fast vollständig durch den Islam in den Hintergrund gedrängt worden war, geschweige denn einen solchen Einfluß hätte ausüben können, der einen Dichter zu größerer Beachtung in seinen Poesieen zu veranlassen genötigt hätte. Hierzu kommt noch, daß sowohl Saadja3) als auch Kirkissani4) in'.ehr onologischer Reihenfolge als alte Dichter citieren: 1. Jose ben Jose, 2. Jannai, 3. Eleasar, 4. Josua und Pinchas. Da, wie weiter erwiesen werden wird, der letztgenannte mindestens um 700 geblüht haben dürfte und Saadja seiner als früheren, ä. h. älteren, Dichters gedenkt, so hat Kalir vielleicht in der zweiten Hälfte des siebenten Jahrhunderts gelebt, zu einer Zeit, wo einerseits noch die Nach- Wirkungen von Edoms Hass in aller Erinnerung waren, und in der Gestaltung dieser lehrhaft gestalteten Pijjutim ihre Spuren hinterließen, und andererseits der lebendige Quell der Haggada noch nicht versiegt war. Keineswegs aber kann man ihn in die erste Hälfte des neunten Jahrhunderts setzen, da schon Natronai von einem feststehenden Gebrauch Kalirscher Pijjutim spricht. Der soeben erwähnte Gaon gibt uns auch einen Maßstab für die Bewertung der Pijjutim, und besonders der- 0 In Resp. Cheinda Genusa Nr, 5, (S. 10a). 2) Vgl. Zunz a. a. O. S. 33. 3) Im Agron bei Harkavy a. a. O.־ 4) Ziiiert von Harkavy im Hamagid, Jhrg. 1879, S. 359a, was ich jedoch nur aus dem genannten Aufsatz von Einstein, Monatschrift 1387, S. 534, entnehme. 38*

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