Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 592 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829811-2829817-2888662--36507-2888761- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
592 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischea Zeitalter. auch das »Oberhaupt der Jeschiba« — also wohl Saadja — sich versucht hat1), genannt. Wir ersehen aus dieser Schilderung, daß den Höhepunkt der synagogalen Poesie in der Form des Pijjut Kalir bezeichnet. Das hervorstechendste Merkmal seiner Dichtungen ist allerdings der Reim. Es braucht aber auch hieraus kein Schluß auf Beeinflussung durch die Araber gezogen zu werden2). Wenn Kalir, gleich seinen Vorgängern, unter Einfluß der Syrer steht3), auf die vielleicht griechischbyzantinische Vorbilder eingewirkt haben mögen4), so hat er wiederum den Reim wahrscheinlich dem Vorbild der Bibel selbst, dieja auch hierftirBeispiele bietet, entlehnt5), andererseits hätte Kalir bei seinen, sonst eine vollkommenere Kunstform zeigenden Dichtungen auch der Versmaaße der Araber sich bedient. Diese Momente lassen mit großer Wahrscheinlichkeit, wie schon Zunz6), Frankl7), und in neuester Zeit Elbogen8), Schor9) und Sulzbach 10) annehmen,Palästina oder, nach Felix Perles11), das benachbarte Syrien als Heimat Kalirs annehmen. Fpr das erstere spricht auch, daß er stets genannt wird in Verbindung mit seinen Vorgängern Jose ben Jose und Jannai, ף Vgl. S. 137, Z. 13 fgg. 2) So noch Elbogen a. a. O. S. 65. 3) Vgl. Zunz, Literaturgesch., S. 33. und die Nachweise daselbst. 4) Vgl. die Ausführungen von Jos. Perles in Byzantinische Zeitschrift II, S. 581 fgg., der jedoch, meines Erachtens, zu weit in der Annahme eines direkten Einflusses der Byzantiner selbst auf Kalir geht, und sogar dessen Namen durch קיריל קיליר, also Cyrillus, erklären will. e) Vgl. auch Weiss דדל״ד IV, S. 225—226. 6) Vgl. Litgesch, a. a. O. S. 33, und auch seine Ausführungen in Ritus S. 6. ד) Vgl. Zunz-Jubelschrift, S. 162-163. 8) Vgl. Monatschrift 1902, S. 377. 8) in seiner Edit. des ס׳ העתים des Juda beh Barsilai S. 364. 10) In der Besprechung des eben genannten Werkes, Jahrbuch der jüd.diterarischen Gesellschaft, Frf. a. M. III (1905), S. 309—311. 11) Vgl. weiter unten.