Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Michael Sachs
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 555 (sequence 16)
- Language
- German
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Michael Sachs. 555 darin mit mächtiger Gewalt arbeitenden Lebens1 * 3)«. »Was einst am Sinai ward verkündigt*« das, sagt er8), »ist auch uns verkündigt worden; denn das Göttliche ist ein Einiges und Ewiges, das nicht wie ein Menschenwerk veraltet und vergeht.« Dieses Göttliche sieht er unzerstörbar durch alle Zeiten und in den verschiedensten Verhältnissen und Formen wirken. Er sieht es in den Taten der Helden und in den Leiden der Dulder. In der ganzen Geschichte Israels, wie in seinem Schrifttum sieht er die »Glieder einer großen Kette frommen Sinnes, ernsten Strebens, aufrichtiger Forschung®). Die Unterschiede der verschiedenen Zeiten und Bildungsformen liegen klar vor seinen Augen. Er verfolgt in seinen wissenschaftlichen Untersuchungen aufmerksam, was von fremdem Einfluß und neuen geistigen Strömungen in das Judentum eindringt. Aber immer wieder erkennt er auch, wie das Bedürfnis sich geltend macht, »die gewonnenen neuen Anschauungen und jede Regung der Gegenwart auf das Zentrum religiösen Wissens und Lebens zurückzuleiten, in diesem das einigende Band zu sehen, das den errungenen Schatz von Erkenntnissen und Begriffen zusammenhält4)«. Und wenn die Schrift in den Jahrtausenden ihrer Geschichte in mannigfaltigster Weise ausgelegt und gedeutet, und wenn auch vieles in sie hineingelegt wird, so sieht er darin nur die Macht und Bedeutung des göttlichen Wortes, »daß der einfache Lichtstrahl durch das Prisma der jeweiligen herrschenden Bildung und Wissenschaft gebrochen und in vielfarbige zerlegt ward«. In dem göttlichen Worte sieht er einen Geist, »der sich immer wieder verjüngt und neue Kraft in sich selber findet5). 1) Predigt«״ I 120. s) Das; S. 14 f. 3) Das. S. 129. 4) Rel. Poesie S. 194 f. 5) Predigten 1169.