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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 553

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 553 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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Michael Sachs 553 terer rätselhafter Persönlichkeiten anzuschließen von Philo, dem Alexandriner an, über Moses Maimonides und Moses Mendelssohn hinweg bis zu dem großen Philologen Jakob Bema y s und dem jüngst verstorbenen David K a u f mann. Und ihnen könnten wir noch eine beträchtliche Anzahl hervorragender Männer anderer Konfessionen anreihen, die innige Gläubigkeit mit strengem, ernsten Denken verbunden haben. Nein, aus jenen Äußerungen spricht nicht der Philosoph Lazarus, sondern der Wortführer einer religiösen Richtung im modernen Judentum, die zu weiter Verbreitung und hervorragender Geltung gelangt und infolge dessen von ihrem Werte dermaßen überzeugt ist, daß ihr vielfach — trotz des Namens »liberal«, mit dem sie sich schmückt — das Verständnis für die religiöse Anschauung anderer abgeht, insbesondere für solche von tieferer Wurzel und stärkerer Art. Schon im Jahre 1845 klagte deshalb Sachs Über »die moderne Freishmigkeit, welche — echt partikularistisch — allem, nicht in ihren Formeln Redenden das Recht des Bestandes abzusprechen sich vermißt, und wenn sie gegen die Beaufsichtigung ihres Credo sich sträubt, mit gleicher Unduldsamkeit ein Unglaubensbekenntnis fordert1). Im Geiste dieses »modernen Freisinnes« ist es auch, wenn Lazarus die religiösen Anschauungen, die Sachs sein ganzes Leben hindurch in Schrift, Wort und Tat bekundet hat, — aus seiner poetischen Natur erklären will. »Der Erkenntnis der geistigen Schöpfungen seines Volkes mit aller Liebe hingegeben, erblickte er alles, was ein Erbe der schöpferischen Vergangenheit war, das Große und das Kleine, das Ferne und das Nahe, das Bedeutsame und das Unbedeutende in diesem poetischen Glanze — oder Nebel!« Diese Erklärung ist für Lazarus selbst mehr charakteristisch, wie für Michael Sachs, der — nebenbei bemerkt J) Relig. Poesie d. J. in Sp. S. 166.

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