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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 552

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 552 (sequence 13)
Language
German
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552 Michael Sachs. 12. Diese Verkennung hat ihren schärfsten Ausdruck in der Vorrede gefunden, die Professor Mori tz Lazarus dem 1867 von ihm aus dem Nachlasse von Sachs herausgegebenen zwei t e n Bande der »Stimmen von Jordan und Euphrat« vorangeschickt hat, und die sodann in den folgenden Auflagen des Buches wieder weggelassen wurdet). Lazarus ist, wie alle, die Sachs nahegetreten sind, voll Bewunderung für den Menschen. Er nennt ihn ein »Genie der Persönlichkeit.« Aber in bezug auf seine religiöse Stellung und Wirksamkeit sagt er : »er war ein Rätsel für viele; das ist unleugbar. Um so größer schien das Rätsel, da niemand leugnen kann, daß er eine offene freie Natur gewesen. Verborgen war er niemand, aber vielen unverständlich«,.. Unbegreiflich schien es, daß ein Mann, heimisch im Geiste des klassischen Altertums, auf der Höhe humanistischer Bildung der Zeit; vertraut mit der Entwickelung der Philosophie, — so abschließend sich verhalten konnte gegen alle Forderungen der Gegenwart in bezug auf das Judentum selbst und seine Lebensformen, kleine Beweggründe, Amtsrücksichten, Pastoralklugheit lagen ihm fern, sie hatten keine Stätte in sfinem edlen Gemüt. Auch waren ihm philosophische Gedanken nicht ein todtes Material; in seinem Denken war Leben und sein Leben war voller Gedanken.« Diese Äußerungen haben großes Aufsehen erregt, wegen der Bedeutung des Mannes, der sie aussprach, wie wegen der Gelegenheit und des Ortes, an dem er sie äußerte. — Auffällig an ihnen ist die ganze Fragestellung. Wenn Vertrautheit mit der klassischen Literatur und philösöphisches Denken nicht verträglich sein soll mit der Vollen Überzepgung von dem Pffenbarungscharakter der Heiligen Schrift und der verpflichtenden Kraft: ihrer Gebote, dann ist dem »Rätsel Sachs« noch eine lange Reihe wei- V Sie ist wieder abgedruckt in seiner oben erwähnten Sara m• lüng von Reden und Vorträgen über Juden und Judent. S. 240 ff.

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