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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 549

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 549 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Michael Sachs. 549 angeschlossen. Sachs selbst hat die Schwierigkeit der Untersuchungen die er begonnen, am besten erkannt und es ausgesprochen, daß sie in ihren Einzelheiten selbst noch der näheren Prüfung anderer bedürfe und lediglich Beiträge für eine »werdende Disziplin« seien. Nur Anregungen wollte er geben, einen »Anfang im Kleinen und am Kleinen machen1)«. 11. Diese bescheidenen Worte geben nicht die richtige Vorstellung von der Bedeutung die den Leistungen Sachsens zukommt, wohl aber kennzeichnen sie die Anschauung, die er selbst von seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hatte, den Unterschied, den er fühlte zwischen den großen Zielen, die ihm vorschwebten und den Schwierigkeiten, die er hatte, ihnen nahezukommen. Zur Ausarbeitung abgeschlossener und vollendeter Werke war ihm keine Zeit gegeben. Er war ein in seinem Berufsleben, wie ganz besonders auch in seiner humanitären Wirksamkeit, vielbeschäftigter Mann. Als er sein Amt antrat, hatte die jüdische Gemeinde in Berlin zirka 7000, als er starb 23000 Seelen. Und die Aufgaben, Bürden und Konflikte seines Berufes, wie auch mancherlei schwerer Kummer seines im ganzen so glücklichen Familienlebens ließen ihm trotz seiner unermüdlichen und mit wahrer Liebe gepflegten Studien nicht die stetige Ruhe, welche eine produktive wissenschaftliche Tätigkeit verlangt. So konnte er nicht alles ausreifen lassen, was seine Gedanken beschäftigte, und nur einen Teil von dem schriftlich niederlegen, was er gefunden und erkannt hatte. Da.für waren seine G espräch e erfüllt von sprudelndem Geiste, von scharfen eindringenden Urteilen und treffenden Bemerkungen über die verschiedenen Gebiete des Lebens, wie der Wissenschaft. Sein Blick ,war auf deren mannigfaltige Erscheinungen gerichtet, und es war ihm ein ■Bedürfnis, sich darüber auszusprechen, in Rede und Gegenrede den Gegenstand zur vielseitigen Darlegung zu bringen, zu 0 I, S. 38, II, 165 f.

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