Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Michael Sachs
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 542 (sequence 3)
- Language
- German
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Michael Sachs. Entrückt das Haus des Herrn! Das Heiligtum wie lern! Doch lebt noch in der Brust Für Gott mir wache tust. Das Lehrhaus zu betreten, Im Gotteshaus zu beten, Das wache Herz mich treibt, Die Sehnsucht rege bleibt. Altar und Opferbrand Schon lange mir entschwand; Doch fühl’ ich frisches Leben Die Seele mir durchbeben. Sie treibt mich ohne Ruh’n, Des Herrn Gebot zu tun, Was er mir vorgeschrieben, Mit treuem Sinn zu üben. Nach Werken frommer Liebe Wach sind des Herzens Triebe. Verhüllt ist und verborgen Mir meiner Zukunft Morgen, Entfremdet mir die Kunde Von der Erlösung Stunde; Doch in dem Herzen wacht In tiefer Leidensnacht Der unverwelkte Glauben, Daß kommen wird die Zeit, Da mich mein Gott befreit, Daß ew’ges Glück und Heil Von Ihm mir wird zu teil. Den laß ich mir nicht rauben! Und gibt leichtferfger Sinn Auch diesen Glauben hin, So bleibt das Herz doch offen. Gott ist mein Glaub״ und Hoffen Er ist mein Herz, mein Hort, Mein Anteil und mein Port. Wenn wir es nicht mehr denken, Wird Er es wenden, lenken, Er bringt das Heil heran, Läßt’s unerwartet nah^n.«