Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Michael Sachs
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 541 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829811-2829817-2888659--36453-2888710- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Michael Sachs. 541 Hauptfiguren der biblischen Erzählung in ihrer Aufeinanderfolge, die wesentlichsten geschichtlichen Wendepunkte in einem, oder in mehreren Zügen« Yorgeführt. Und auch »die späteren Zeiten des zweiten Tempels, so wie die der Makkabäer, der Untergang der heiligen Stadt und des Tempels durch die Römer, die trüben Zeiten der Hadrianischen Verfolgung und ihrer Märtyrer, sowie noch einige der späteren talmudisehen Weisen werden in charakteristischen Zügen vorgeführt. Darüber hinaus sind »die Schicksale des Volkes, seine Stellung in der Gegenwart und Zukunft, Blicke in den Gang und Zug der Völkergeschichte ein vielfach erörterter Gegenstand. Mut und Halt gegenüber der gewaltigen Wucht der das Judentum bedrängenden Bekenntnisse und Mächte gab der elastische Geist, der in der Entwickelung seiner Tragekraft und seiner Leidensfähigkeit größere Siege und Triumphe feierte, als je in den Zeiten seiner heldenmütigsten Kraftäußerungen« . . . »Und in die fernste Zukunft führten die lichten Verkündigungen prophetischer Vorschau, auch den trübsten Himmel mit hellem Schein umsäumend; denn hinter dem Gewölk war die Sonne des Höffens und des Glaubens nicht untergegangen.« Dieser belebenden Kraft der Hoffnung hat Sachs einen schönen und erhebenden Ausdruck in einem der Gedichte verliehen, in denen er die symbolischen Deutungen vorführte, die der Midrasch einzelnen Versen des salomonischen Hohenliedes gegeben hatte. Die Worte Sulamiths »ich schlafe, doch mein Herz ist wach,« werden als die Empfindung Israels dargestellt, das auch in der Ermüdung der trüben Leidenszeit, die es umfangen hat, seinen Glauben an eine kommende Erlösung nicht verliert1): »Wenn Schlaf in Haft mich hält, Gar viel dem Sinn entfällt; Doch wach das Herz mir blieb Mit regem, heiPgem Trieb. — l) B. H, S» 279 mit Bezug auf Hhl. 5, 2 und den Midrasch z. St.