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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 529

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Zum Andenken an Moritz Veit
Date
1908-01-01
Page
Seite 529 (sequence 17)
Language
German
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Zum Andenken an Moritz Veit. 529 vollkommen bei; es ist auch nicht anders beabsichtigt worden, als wir uns im Oktober vorigen Jahres trennten. Wir sind seitdem mit der Ausarbeitung unserer speziellen Oemeindestatuten eifrigst beschäftigt gewesen, mindestens eilte Vorarbeit für den beabsichtigten Zweck. Es käme vorzüglich. darauf an, daß die geeigneten Männer deputiert würden. In acht Tagen bringe ich meine Frau nach Ems und werde wohl vor Ende Juni nicht wieder hier in Berlin sein können; von diesem Zeitpunkt an bin ich zu jeder Erörterung bereit und sehe überhaupt Ihren ausführlichen Mitteilungen mit Verlangen entgegen. Für das Seminar ist bis jetzt noch nichts von außen, eingegangen; in manchen Gemeinden zu wenig, in anderen zu viel Eifer. Aus Breslau wird geschrieben, man beabsichtige dort gleichfalls die Errichtung eines Seminars; es fehle nur noch an den nötigen Geldmitteln. So zersplittern sich die Kräfte und es gedeiht nichts aus dem Großen und Ganzen. Die Eifersucht auf das Rühmliche des Nachbarn ist gewiß lobenswert, man muß aber damit endigen, nicht beginnen, sonst wird das Gute im Keime erstickt. (Im letzten Teil des Briefes bittet Veit seinen Korrespondenten im Namen des ihm befreundeten Buchhändlers Fritz Frommann in Jena um Beiträge für das bei diesem erscheinende »Staatsarchiv«). Nr. 4. Veit an Jacoby. Berlin, 4. März 1842. Verehrtester Herr 1 Ich kann nicht umhin, Ihnen über unsere öffentlichen Angelegenheiten einige Mitteilungen zu machen, die ich als Ergänzung derjenigen betrachte, welche von dem hiesigen Gemeindevorstande dem dortigen mit der am Dienstag abgehenden Post zukommen werden. Sie kennen die Gerüchte über Vorschläge zu einem neuen Gesetze die bürgerliche Verfassung der Juden betreffend: diese Gerüchte sind gegründet, es ist wirklich um dieselbe Zeit, in welcher die Kabinettsordre an drei Gemeinden (13. Dezember 1841) ergangen ist, eine Kabinettsordre an das Staatsministerium erlassen worden, in welcher der König seine Ansicht über Juden und Judentum zusammenfaßt und Vorschläge darauf basiert. Der leitende Gedanke ist der: daß bei den Juden Nationalität und Religion so eng verbunden seien, daß eine durch die andere bedingt sei. Auf dies in der Weltgeschichte einzige Verhältnis sei bei allen Maßregeln der Regierenden Monatsschrift, 52. Jahrgang. 34

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