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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 528

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Zum Andenken an Moritz Veit
Date
1908-01-01
Page
Seite 528 (sequence 16)
Language
German
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52§ Zum A&denke^ au Moritz Veit• n,euem Einsatz. Von völliger Gleichsjellung kann bei den gegenwär-!״ tigen Gesinnungen des Königs keine Rede sein, Die, VQr nunmehr an urjs gericljteten \5for^, wir hätten ja; mit Magistrat und Bürgerschaft vollkommen gleiche Rechte, könnte nur ein befangener Geist aLs eine frohe Hoffnung auslegen; ohne Bentley oder Rascbi zu sein, setzte ich mir gleich in Gedanken hinzu: sensu strictiori zu verstehen: bürgerliche (d. h. staatsbürgerliche) Rechte im Gegensätze zu politischen. Die Formel, in welcher man dies seit einiger Zeit ausspricht: gleiche Rechte dü!;fe man d^n Juden freilich nicht versagen, aber mitregieren könnten sie doch nicht, ist von der neuesten Erfindung und involviert allerdings den großen Fortschritt, daß man aus allen äußeren Circumvallationslinien bis auf diesen innersten Posten sich zurückgezogen hat; ein einziges Thor noch gesprengt oder durch die gütige Hand der Zeit leise und wohlthätig geöffnet, und wir stehen drinnen, wo Agamemnon und Nante gleichfalls stehen. Was außerhalb dieser einen Schranke für uns erlangt werden kann, wird aber gewiß ins Leben treten: die Ausdehnung des Edikts auf die sogenannten neun Provinzen, die Orga-~ nisierung unserer synagogalen Gemeinde- und Schulangelegenheiten und* wir können uns (sic!) nicht leugnen, daß, wenn diese Maßregeln, im großen Stile durchgeführt werden, zahllose Vexationen. hinwegfallen und dem gemeinen Sinn der Juden eine neue Laufbahn des Strebens und des Wetteifers eröffnet wird. Sind einmal die Wege durch das Gesetz vorgezeichnet und gebahnt, so zweifle ich nicht an einer schnellen Blüte unseres Gemeindewesens, das sehr bald achtunggebietend dastehen wird, , wie es gegenwärtig dem traurigsten Verfalle, preisgegeben ist; es ist uns die Möglichkeit gegeben, unsere politische Mündigkeit darzutun, sobald wir unsere eigenen Angelegenheiten auf. das beste besorgen. Bis wir aber so weit sind; haben wir durch viele Gharybden zu steuern: das peccatur extra et intra gilt nirgends;so. unbestritten als hie!:. Die Gefahr, die von innen droht, und der man entschieden entgegentreten muß, ist die einer neuen unbekannten Hierarchie, die man uns zumuten möchte und der die Gesinnungen der Regierenden vielleicht auf halbem Wege entgegenkommen־; die priesterliche Herrschsucht hat ebenso unter den Doktorhüten־ Raum wie un^er der polnischen Zobelmütze. Die Gefahr von aaJßen, besteht* aber darin, daß. man uns, ohne uns zu fragen und zu* kgn$en, G^setzj^, auf erlegen wird, die unserem Zustande unangemessen sl^!uJ14;.d|,%y6^rr^ng^verschh״mmern, aus der wir uns retten möchten. Ihrem Vorschlag einer persönlichen Zusammenkunft einiger von den drei Gemeinden ernannten Vertreter, um diejenigen Vorschlage auszuarbeiten, die man der Regierung vorlegen will, treteich

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