Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zum Andenken an Moritz Veit
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 519 (sequence 7)
- Language
- German
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Zum Andenken an Moritz Veit, 519 der durch das Gesetz von 1847 notwendig gewordenen Organisation der jüdischen Gemeinden hatte er hervorragenden Anteil; das Statut für die jüdische Gemeinde Berlin ist im wesentlichen sein Werk, das Oberpräsident v. Flottwell persönlich mit ihm durchging; für Errichtung der neuen Synagoge war er unermüdlich tätig. Ebenso wie den inneren Gemeindeangeregenheiten widmete er der Stellung der Juden zum Staat lebhaftes Interesse, sein Gutachten wurde von den Behörden in manchen Fällen eingeholt; bei der schon erwähnten gesetzlichen Regelung wurde seine Stimme gehört. (Vgl. die kleine Schrift »Der Entwurf einer Verordnung über die Verhältnisse der Juden in Preußen und das Edikt vom 11. März 1812« von M. Veit, als Manuskript gedruckt 1847. [Neudruck, Leipzig, Brockhaus, 1847].) Galt es öffentlich durch Schrift und Rede Anschuldigungen abzuweisen, gegen Beschränkungen anzukämpfen : Eidesformel, Beschränkung der Militärpflicht, Vorwurf der Häufigkeit der Verbrechen, so stand Veit in vorderster Reihe. Er hielt im Landtag wirkungsvolle Reden, durch die er sich einmal die Huldigung der Gemeinde seiner Vaterstadt verdiente, er verfaßte die Dankadresse an den rheinisehen Landtag, er hatte Audienzen bei den Ministern^ um den Standpunkt der von ihm vertretenen Gemeinde zu wahren. Nicht nur für Berlin, sondern für die Juden ganz Preußens war er tätig. Diese seine Mühewaltung, besonders aus den Jahren 1840 bis 1842, dann wieder 1852 erlangt durch die unten mitzuteilenden Aktenstücke neue Beleuchtung, nur weniges Andere ist noch hinzuzufügen. Einmal erwirkte er durch Alexander v. Humboldt die Nichtausführung einer beabsichtigten Maßregel; länger als 30 Jahre, von 1831 an, seit er Gabriel Rießer kennen gelernt hatte, und dessen Ideen zu den seinigen gemacht — er widmete ihm später einen ausführlichen Nachruf, der in den preußischen Jahrbüchern 1868 zuerst veröffentlicht