Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zum Andenken an Moritz Veit
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 515 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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515 Zum Andenken an Moritz Veit. Nicht aus dieser Quelle, sondern aus der Stadtbibliothek.in Königsberg i. Pr. stammen die Briefe Veits an Johann Jacoby. Ich danke der Verwaltung, dieser treuen Hüterin von Jakobys Nachlaß, für die mir gewährte Erlaubnis, die Briefe benutzen zu dürfen. Moritz Vei t stammte aus einer sehr angesehenen jüdischen Familie. Nachdem er in seiner Vaterstadt Berlin eine tüchtige Vorbildung erlangt hatte, studierte er Philosophie und Philologie, versuchte Dozent zu werden, mußte aber von diesem Plane seines Glaubens wegen abstehen und wurde Buchhändler. In der von ihm gegründeten Verlagsbuchhandlung, der er seinen Namen gab: Veit & Co. (sein Gesellschafter war Joseph Lehfeldt, früher Levy), die er zu hohen Ehren brachte, legte er allerdings keineswegs den Hauptnachdruck auf jüdische Dinge, sondern widmete sich den alierverschiedensten Gebieten, ohne geradezu in einem Spezialist zu werden. Zwei Pläne, die mit Personlichkeiten zu tun hatten, die aus dem Judentum hervorgegangen, allerdings nicht zeitlebens dieser Gemeinschaft treu geblieben waren, kamen nicht zu Stande, nämlich die Herausgabe der Briefe Schleiermachers an Henriette Herz und der Briefwechsel zwischen Rahel und David Veit. Dagegen wurden außer einzelnen Emanzipationsschriften von Rießer und Freund, einigen gelehrten Arbeiten von Frankel und Zunz, besonders die Schriften des schon genannten, ihm so engverbundenen Michael Sachs von dieser Firma veröffentlicht. Eine besondere Erwähnung verdient das große Bibelwerk, das unter Zunz’ Namen erschien, und an dem wiederum Sachs in hervorragender Weise beteiligt war. Veit selbst war kein jüdischer Gelehrter im strengen Sinne, aber er hatte in seiner Jugend mancherlei Jüdisches gelernt und suchte auch später die Lücken seines hebräischen Wissens auszufüllen. Sehr merkwürdig ist in dieser Beziehung, daß er 1837, also als ein Mann von beinahe 30 Jahren, bei Salomon Pleßner, einem höchst eigen- 33*