Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zum Andenken an Moritz Veit
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 514 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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514 Zum Andenken an Moritz Veit. Schriften, herausgegeben von. M. Brann I. Bd. Frankfurt 1908, S. 328—332, keinerlei Vermehrung. Jakob Freudenthal, Sachs׳ Schwiegersohn, der durch seine Kenntnisse wohl befähigt war, auch den Fachgelehrten zu würdigen und der als naher Verwandter auch den Zugang zu seiner geistigen Hinterlassenschaft hatte, ebenso wie die Berechtigung aus dieser das für ein größeres Publikum Geeignete auszuwählen und mitzuteilen, hatte, wie ich aus einem Briefe des Verstorbenen weiß, die Absicht, im Jubiläumsjahre eine umfangreichere Veröffentlichung herauszugeben; sein unerwarteter Tod hat ihn an der Ausführung dieser Aufgabe verhindert. Ober Veit dürfte es einem Einzelnen kaum möglich sein, ein befriedigendes Werk zu schreiben. Denn wer vereinigt Kenntnisse genug, um den Buchhändler, Politiker, Belletristen, den allgemein Gebildeten, den im Dienste der Stadt und der jüdischen Gemeinde Berlin tätigen Mann zu würdigen. Dazu kommt, daß sein Nachlaß, der wohl erhalten ist, infolge seltsamer Umstände, die ich nicht berühren mag, der wissenschaftlichen Benützung verschlossen ist und wahrscheinlich bleibt. Die einzige umfangreichere Schrift, die das Wirken beider Männer für Juden und Judentum beleuchtet, ist der von mir herausgegebene Briefwechsel zwischen Michael Sachs und Moritz Veit, Frankfurt 1897, ein Buch, daß das Schicksal so vieler Publikationen jüdischen Inhalts teilt: es wird zwar gelobt, aber weder gekauft noch gelesen. (Eine Lebensskizze von Veit habe ich selbst in der A.D.B. 39, S. 535—546 gegeben.) Durch diese meine Vorarbeiten darf ich mich wohl für berufen halten, aufs neue das Wort zu ergreifen. Um aber nicht nur das einmal Gesagte zu wiederholen, da ich mich naturgemäß an meine früheren Arbeiten anlehnen muß, und um dem nachfolgenden Beitrag einen größeren inneren Wert zu geben, sind im Anhänge eine Reihe ungedruckter Aktenstücke mitgeteilt, die ich vor mehr als einem Jahrzehnt aus dem Nachlaß abgeschrieben habe.