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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 499

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1908-01-01
Page
Seite 499 (sequence 3)
Language
German
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Besprechung. 499 misch wirken. S.?8 soll Jithro dem Mose den Rät gegeben haben, eine geordnete Verwaltung einzuführen, und wenige Sätze weiter ist daraus sogar schon eine geordnete Verfassung und Verwaltung geworden. Oder S. 81: Als 230 Jahre später die nationale Selbständigkeit Judäas durch die römische Weltmacht auf immer vernichtet wurde, als die Juden ihre Heimat verließen und in anderen Ländern eine neue Heimat suchten und fanden (wirklich?), da begleitete sie als schönstes Erbe die Erinnerung an die Tapferkeit der makkabäischen Helden! Die Absurdität solcher pathetischen Ausrufungen (man vergleiche auch noch den folgenden apologetischen Erguß S. 82) brauche ich keinem Geschichiskundigen auseinanderzusetzen. Als die Juden nach 70 p. ins Exil gingen, haben sie in Wahrheit von den Heldentaten der Makkabäer ungefähr so viel gewußt, wie von der Schlacht bei Marathon. Oder S. 77 »der treueste Patriot ist der, der in redlicher Arbeit seiner Pflicht lebt... der einfache schlichte Mensch, der in seinem Berufe treu ist usw. steht mit diesem Patriotismus dem vaterländischen Wirken selbst des angesehensten Bürgers in nich ts nach (!). — Sittlich hochstehende Persönlichkeiten sind immer zugleich gute Staatsbürger« (!) — Oder Tiefsinnigkeiten wie diese: »Wer sittlich zugrunde gegangen ist, der muß schwer gesündigt haben. (S. 56.) — Volk und Staat können nur gedeihen, wenn die Voraussetzungen erfüllt werden, ohne die kein Gemeinschaftsleben möglich ist (S. 74). —Jeder Staat bedarf der Gesetze, die seinen Bestand sichern (S. 79). — Tapferkeit in der Stunde der Gefahr gereicht dem, der sie übt (sic), immer zur Ehre« (S. 87) u. d. m. — Manche Sätze reden ganz den Jargon parteiloser oder regierungsfromrner Zeitungsblätter: S. 77. »Die Propheten wußten, daß ein Staat nur gedeihen kann, wenn die Gegensätze zwischen arm und reich durch das friedliche Zusammenwirken aller gemildert wurden, und deshalb haben sie stets ihr bestes Können für die Hebung der unteren Volksklassen eingesetzt.« Man denke sich ferner z. B. folgende Sätze einem Sextaner vorgetragen (S. 6). »Jeremia ist also von seiner prophetischen Bedeutung so sehr durchdrungen, daß in ihm die Überzeugung reift, schon vor seiner Geburt sei er von Gott zum Propheten bestimmt gewesen. Und er weiß sich so ganz eins mit seinem Gotte, daß sich alle andern Gedanken und Gefühle, die in ihm leben, diesem prophetischen Bewußtsein unterordnen müssen.« Oder folgende Philosophie, deren Logik und Tief sinn auch ich nicht folgen zu können gestehe, (S. 13): »Mit der Erkenntnis der göttlichen Heiligkeit ist für uns zugleich die Ewigkeit und Einheit Gottes gegeben. Heilig kann nur ein Wesen sein, das ewig, unwandelbar dasselbe bleibt, 32*

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