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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 488

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
Date
1908-01-01
Page
Seite 488 (sequence 16)
Language
German
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488 Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. >1. in der Art der Erkenntnißquellen; 2. in der Meinung »vom göttlichen Wesen; 3. in den Mitteln, diesem Wesen »zu gefallen; 4. in den nothwendigen gottesdienstlichen Ge- »bräuchen und endlich 5. in der Meinung über •den Zustand »nach dem Tode. Der 1., 2. und 5. Gegenstand bildet den »theoretischen Theil, der 3. und 4. hingegen die Anwen- »düng oder das praktische. Auf erstere dürfen positive Geseze »keinen Einfluß haben; bei den letzten aber können Colli- »sionen entstehen, mithin müssen wir diese näher prüfen. »Nur bemerke ich noch zum voraus, daß nach der Meinung »der Juden die Beobachtung des mosaischen Gesezes als. »das Mittel angesehen wird, dem göttlichen Wesen zu ge- »fallen, und daß sich deren nothwendige gottesdienstliche Ge- »brauche auf die Beschneidung und auf das Osterlamm« (?!) »einschränkt«. Der Bürger verlangt, als Mensch in der Ausübung seines Gottesdienstes nicht gehindert zu werden. Die Geschichte der Religionskriege beweist, daß dies oft geschehen ist. Aber solche Gesetze bestehen nicht mehr. Die Juden wollen aber ihre durch das mosaische Gesetz ihnen gegebenen Lebensregeln zu allen Zeiten und unter allen Umständen streng befolgen. Dazu gehören das strenge Fasten, die Lehre von unreinen Speisen, »die vielen Feiertäge, die Natur des Sabbats, der verbotene Angriffs- oder Truzkrieg, die reservatio mentalis bei dem Eide und endlich die frühe Verheirathung,« Das Fasten schwächt den Körper und die Gesundheit. »Doch übertriebene Skrupulosität der Rabiner »und Talmudfabrikanten, nicht aber das mosaische Gesez »selbst, befiehlt ein solch ungeeignetes Fasten«. Darauf darf also keine Rücksicht genommen werden. Die Lehre von den unreinen Speisen hindert sie, dem Körper die gleiche Nahrung, wie der »Krist zu geben und mit letzterem an einem und demselben Tische, aus dem nehmlichen Ge- »fäße zu essen und zu trinken«. Aber auch bei Christen ist ähnliches an den Fasttagen ohne nachteiligen Einfluß

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