Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 8)
- Language
- German
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480 Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. gefordert hatten, und wozu ihnen gestattet werden soll, sich christlicher Gehilfen zu bedienen. Dohm, den er sehr anerkennend nennt, habe befürchtet, die christlichen Meister würden Juden nicht als Lehrlinge annehmen. Er glaube es nicht. Sollte es doch der Fall sein, dann sollte die Regierung nach Dohms Vorschlag »soviel jüdischen Handwerkern »als sich anböten, völlig gleiche Rechte als den Zünftigen »gegen dieselben Abgaben« verleihen, und den Juden befehlen, ein Kind aus jedem Hause zum Handwerk zu bestimmen. Vor allem aber sollten die Juden »zu reinen Mosaisten« werden. Sehr richtig sagte der Verfasser der freimüthigen Gedanken über die vorgeschlagene Verbesserung der Juden in den preußischen Staaten S. 25—40: »Die Reformation muß mit der Pädagogik, bei der Jugend »anfangen, die Alten sind, wie überall, unbekehrlich, welches »Luther in seiner Kraftsprache ausdrückte: an dem alten Hund »ist nichts zu bessern«. Aus Sachsen oder Preußen soll ein Landrabbiner geholt werden, der »im Voraus sein Glaubensbekenntnis zur reinen mosaischen Lehre und die Absagung des »Talmuds ablegt und sich eidlich verbindet, nur jene zu »lehren und die Masregeln der Regierung zur Verbesserung »der Juden zu unterstützen«. Lehrer soll er bilden und so mit der Zeit ein »mosaisches Lehrinstitut« entstehen, »welches schon in der nächsten Generation die Talmudisten verdrängen wird«. Das haben die Berliner verschuldet, die das Abschaffen der nicht mehr in die Zeit passenden Zeremonialgesetze forderten — Friedlaender, Bendavid, die doch wissen mußten, daß da zwischen Bibel und Talmud kein Unterschied ist, daß Sabbat und Speisegesetze in der Bibel anbefohlen sind. Den Nichtjuden kann es nicht verübelt werden, wenn sie mit Vergnügen solche Sätze wiederholen, wie sie aus einer Denkschrift, welche die Elsässer Juden der französ. Nationalversammlung bezügl. der Verleihung der Bürgerrechte überreicht haben, angeführt werden: »die Kritik, »welche die Christen die falschen Decretalen, die Lügen der