Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 469 (sequence 15)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalt ei. 469 Schriftsteller Jakob Kirkissani1), einen jüngeren Zeitgenossen Saadias, unterrichtet. Derselbe macht in seinem Gesetzbuch, Kitäb-al-Anwär w’al-Maräqib2 3), die Mitteilung, daß der Gaon Hat b. David (890—897) für einige halachische Angaben Anans betreffs der Vorschriften über Erstgeborene die Quelle nur im חזנות ינאי finden konnte8). Demnach ist diese Bezeichnung für die einem belehrenden Zweck dienende synagogale Dichtung zum mindesten am Ende des siebenten und Anfang des achten Jahrhunderts gesichert, denn diesen Zeitraum müssen wir für die Wirksamkeit Jannais ansetzen, wenn der Stifter des Karäertums aus ihm geschöpft hat4). Aber auch die Dichtungen Eleasar Kalirs, des angeblichen Schülers von Jannai5), finden wir so bezeichnet bei dem genannten Kirkissani, der von ft ח ז א נ אל ע זר spricht. Zu der Eigenart Kalirs gehört es aber besonders, daß er seinen Poesieen den, namentlich in den Pesiktas niedergelegten midraschisch-halachischen Stoff zu Grunde gelegt hat6). Warnun das Chassanut einmal ein integrierender Bestandteil des Gottesdienstes geworden, so wurde für seinen Vortrag auch eine gewisse Melodie eingeführt7), wobei nun die Form der Rezitation den Namen erhielt, der dem eigentlichen Inhalt zukam. Mit diesem Lachn’ oder Noam, der noch heute in Italien und im Orient8) 0 Vgl. über ihn zuletzt Poznanski in JQR. XVIII, S. 216—219. 2) Über dieses Werk, wovon Harkavy in einer russischen Zeitsehrift einen Teil veröffentlicht hat, vgl. Poznanski in Steinschneider- Festschrift, S. 194—218, und in Semitic Studies in Memory of Kohut, S. 435-456. 3) Vgl. Harkavy, Studien u. Mitteilungen, T. V, S. 108. 4) Vgl. Elbogen in Monatsschrift 1902, S. 377, II. 5) Vgl. Zunz a. a. O. S. 28, Anm. 4. e) Vgl. hierüber Zunz a. a. O., S. 29 fgg. und P. F. Frankl in der Zunz-Jubelschrift, S. 150 fgg. 7) Vgl. Graetz V, S. 150. 8) Laut freundlicher Mitteilung von Herrn Dr. Elbogen. Möglicherweise wurde die schon immer beim Talmudstudium übliche