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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 468

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 468 (sequence 14)
Language
German
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468 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. חזן בית הכנסת eine Mittelstellung als aufsichtsführender Synagogenbeamter1) und zugleich als Lehrer der heran wachsenden Jugend. Ihm fiel nun die Aufgabe zu, anstatt des דרשן beim Gebet die belehrenden Vorträge einzuflechten, die teils erhebenden Inhalts waren, indem sie an die Vorgeschichte anknüpften, teils das Volk mit den Vorschriften der Halacha bekannt machten. Durch die Wahl des Ghassan, eines auch bisher ständigen Beamten, glaubte man eher das Verbot, indem auch der Darschanim gedacht war, umgehen zu können. Infolge dessen erhielt diese Art der gottesdienstlichen Ausgestaltung die Bezeichnung חזנות. Als solche haben wir wohl die Tekiatas des ältesten uns mit Namen bekannten Paitan Jose ben Jose2) anzusehen, die besonders das Volk über die Bedeutung der Liturgie belehren und es auch erheben und trösten sollten, als solche ferner besonders die von ihm und wohl auch schon von einigen Vorgängern verfaßten Abodas3), die an Stelle der Mischna und des Talmud die poetische Beschreibung dessen enthielten, was das Herz jedes Juden allzeit höher schlagen ließ, und die Gesetzesvorschriften der heiligen Handlung in poetisches Gewand kleideten. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die liturgischen Schöpfungen der späteren Paitanim zu betrachten, die des Jannai4) und des Eleasar Kalir. Über den Inhalt der Dichtungen des ersteren besonders sind wir in dieser Hinsicht durch den in seinen Angaben zuverlässigen und ziemlich objektiven karäischen S. XXV, wo er sowohl als חזן הכנסת, wie auch als Vorbeter vorkommt: וכיוצא בו אינו מן המובחר שיעמוד החזן יחידי, vgl. auch Müller a. a. O. S. 162. ב) Vgl. z. B. die Mischna Sukka IV, 1. 2) Vgl. über ihn Landshut, Ammude ha-Aboda 85—88, Zunz, a. a. O. S. 26—28. 8) Vgl. hierüber jetzt Eibogen a. a. O. S. 49 fgg. u. S. 74 fgg. *) Über ihn und die richtige Schreibung des Namens, vgl. Landshut, Ammude ha־Aboda, S. 102—4, Zunz a. a. O. S. 82—29.

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