Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 467

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 467 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2829132-2829811-2829816-2888516--36373-2888611
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 467 Übereinstimmungen ergeben sich zwischen den jüdischen und syrischen gottesdienstlichen Dichtungen, wie Luzzatto bereits bemerkt hat1). So ist denn der Anfang des kunstmäßigen Pijjut entstanden unter syrischem Einfluß, der nach dem eng benachbarten Palästina vielfach hinübergriff, und die von dieser Zeit herrührende Gestaltung der synagogalen Dichtung haftete ihr eigentlich noch bis zum 10. Jahrhuridert an. Neben diesem rein liturgischen Pijjut trat nun von den Tagen Justinians an und weiter, im Verlauf der Versuche, die Beschäftigung mit der Lehre zu unterdrücken, der belehrende Pijjut. Wir haben hierfür das Zeugnis des über die ältere Literaturgeschichte vielfach gut unterrichteten Jehuda ben Barzillai aus Barcelona (XII. Jahrhundert), der in seinem, leider nur unvollkommen erhaltenen ס׳ העתים folgendermaßen sich äußert2) t יקשפהטץ אלו,שנהנו העולם למימרינון הזי לנו לרביותא שאמרו שלא נתקן אלא בשעת השמד בלחוד מפני שלא היו יכולין להזכיר ד״ת כי היו גוזרין האויבים על ישראל שלא לעסוק בתורה וע״כ היו חכמ״ם שביניהם מתקנין להן בכלל התפלה להזכיר ולהזהיר לעמי הארץ הלכות חנ בחג והלכות י״ט והלכות שנתית ודקדוקי המצות בדרך שנהות והרזות ופיוטים*■. Wir ersehen hieraus, daß die Not der Verhältnisse zu einer besonderen Einrichtung drängte und gewichtige Verschiebungen hervorrief. Was bisher der Darschan geleistet hatte, mußte nun der Chassan übernehmen3). Derselbe hatte vordem in seiner Eigenschaft als ף Vgl. die Vorrede zu בתולת בת יהודה, S. 11—12, wo Luzatto jedoch, meiner Ansicht nach, nicht mit Recht, von den in Babylon entstandenen Pijjutim spricht. Vgl. auch Elbogen a. a. O. S. 66. 2) Vgl. Ed. Schon, Krakau 1902, S. 254, und auch schon Haibersiani a. a. O. S. 130. 8) Den Übergang der Bedeutung des Chassan von der vorjustimanischen bis zur nachjustinianischen Zeit veranschaulichen einerseits z. B. die Stelle in Jeruschalmi Berachot V, 4, Ende (ed. Krotoschin 9c), wo es heißt: עאל חזנא ואטרח על חדדיעול, und er demnach als Synagogenbeamter vorkommt, andererseits die Verwendung in der später entstandenen Massechet Sofrim, Kap. XIV, Hai. 14, ed. Müller 30*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.