Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 445

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1908-01-01
Page
Seite 445 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2829132-2829811-2829816-2888515--36350-2888589
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

445 Die ialmudische Literatur der letzten Jahre. nicht immer auf die Parallelen hin. Wie ist es ferner zu erklären, daß Friedländer im Kommentar einen andern Wortlaut bietet als sein Text? Z. B. Chullin la כמן דמר —Fr. במאן דמר (Zweimal); l b עומד עליו — Fr. עומד על גביו; ibid. כשנחשדו — Fr. משנחשדו; ibid. דחמינן מיכל — Fr.דחמינן 2;דאב ל a אתיין — Fr. אתון; ibid. עילא — Fr. עולא; ibid. דקלינים — Fr. 3;דקלונים b פללין דרבי — Fr. 4;כללא דרב a קונדריקום— Fr. קונטרוקוס; ibid. קונדיקום — Fr. 4;קודריקוס b כל מילה — Fr. .דבל,מיליד; ibid. בר מן הדין — Fr. בר מהדין; ibid. והא חבא ישראלי׳ — Fr. 5;והא רובן ישראל a ליתבר נש — Fr. לית אינש; ibid. בדיקה של סכין — Fr. בדיקת הסכין; ibid. אנן מן בר נשיי — Fr. אנן בר נשיי; ibid. Fr. וכבר, das im Text nicht steht, ונבר ist dem babylonischen Talmud eigen; 5 b תניי דבית רבי, die Tannaim des Lehrhauses Rabbis — Fr. ותני,בבית רבי, es wurde vorgetragen im Lehrhause Rabbis. Auf jeder Seite sind Differenzen zwischen Text und Kommentar zu bemerken. Es ist nun aber sehr die Frage, ob denn nicht die Beweisführung aus dem Text überflüssig oder ungerecht sei. Ist die romantische Erzählung Friedländers ein — glücklicherweise schlecht — erfundenes Märchen, so ist es überflüssig zu beweisen, daß ein von Friedländer kompilierter Text kein echter Jeruschalmi ist. Will man sich aber trotz aller ernsten Bedenken zu der Annahme entschließen, die geheimnisvolle Handschrift existiere wirklich, so ist es ungerecht, auf Grund von Fr.’s Kopie das Original zu beurteilen. Bei jedem Wort, jedem Buchstaben der Fr.-schen Kopie muß man sich fragen: stand dieses Wort, dieser Buchstabe in der Handschrift, oder sind sie aus den unleserlichen, unverstandenen stenographischen »Zeichen und Strichen« nach »zwei- bis vierwöchentlichem Nachdenken« erraten und erschlossen worden? Und kommen denn Setzer und Setzkastenkobold, die hier uneingeschränkt walten durften, gar nicht in Betracht? Auf Grund von Fr.’s Kopie kann höchstens bewiesen werden, daß Fr. den Jeruschalmi-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.