Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 438 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829811-2829816-2888515--36343-2888582- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
438 Die talmudische Literatur der letzten Jahre. Besitz dieser Handschrift zu kommen, hocherfreut ist, kann es über sich bringen, der wissenschaftlichen Welt Jahre lang kein Sterbenswörtchen von dieser überraschenden Kunde zu sagen. 2. Zu welchem Zwecke hat der Herausgeber die Briefe seinem Bruder zurückgeschickt? Briefe von Moses Benvenisti und dem Verfasser des כנסת הגדולה haben doch für den Gelehrten Salomo Juda Algasi einen größeren Wert als für den Kaufmann Eiiah Algasi. 3. Auch nachdem der Herausgeber in dem glücklichen Besitze der Handschrift war, hat kein Mensch bis kurz vor ihrer Drucklegung etwas davon erfahren. Von 1900—1905 hat Friedländer seine Kenntnis von der Existenz einer Handschrift des Jeruschalmi zu Kodaschim streng geheim gehalten. Warum? 4. Chajjim Benvenisti, der Verfasser des כנסת הגדולה konnte unmöglich auf einen im Jahre 1688 geschriebenen Brief Bezug nehmen. Aus dem einfachen Grunde nicht, weil Chajjim Benvenisti bekanntlich 1673 gestorben ist. Auch die U nterschriften der drei in den Briefen genannten Benve״ nisti weichen von ihrer sonst bekannten Art zu zeichnen ab. 5. Warum ist der Wohnort des Suliman Benvenisti nicht angegeben? Wer sich bei Suliman über die Handschrift erkundigen will, der wandere »auf dem Wege zwisehen Konstantinopel und Adrianopel« von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus und frage nach dem reichen Suliman Benvenisti. 6. Ein »Gelehrter und Fürst in Israel«, namens Don Isak ha-Levi ist nicht bekannt. Ebensowenig der angebliche Schreiber. 7. Mit List, schwerer Mühe und schweren Geldopfern mußte der reiche, unwissende Dorfbewohner Suliman Benvenisti, unbekannten Wohnorts, dazu bewogen werden, die Handschrift leihweise für ein Jahr aus seinem Besitze zu geben. Aber unmittelbar darauf erfahren wir, daß Elia Algasi und sein Freund Jakob Kobi