Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 3)
- Language
- German
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Die talmudische Literatur der letzten Jahre. 437 deutung seiner eigenen stenographischen »Zeichen und Striche« (zum Teil) vergessen und den Inhalt seines Stenogramms erst nach langem Nachdenken, »zuweilen in der Dauer von zwei und vier Wochen,« erraten kö nn en.— Der Schreiber der Handschrift nennt sich יצחק בן יוסף ך אלברגלוני und gibt an, seine Abschrift für החכם שר בישראל דון יצחק הלוי angefertigt und am 25 Tammus תתקע״ב, d. h. 4972, 1212, vollendet zu haben. Friedländer verspricht, im zweiten Teil seiner Edition die Fortsetzung der Erzählung von den Schicksalen der Handschrift zu bringen, sein Bruder und Jakob Kobi haben ihm die bezüglichen Nachrichten noch nicht mitgeteilt,, weil sie früher die Handschrift verkaufen wollen. — So weit die Erzählung des Herausgebers1). In diesem abenteuerlichen Roman ist nun folgendes auffallend und bedenklich: 1. Ein Gelehrter, der die Bedeutung eines Fundes,, wie den einer Handschrift des Jeruschalmi zu Kodaschim, zu schätzen weiß, und der über die Möglichkeit, in den ג) Es wundert mich, daß nicht auf eine schon vor mehr als 30 Jahren versuchte Fälschung eines Jeruschalmi zu Kodaschim hingewiesen wurde. Im Magazin f. die Wissensch. d. Judentums 1878, S. 100> hat Buber folgendes geschrieben: »In der Zeitsghrift »Haiebanon«, Jahrg. IX, S. .48 hat ein Gelehrter aus Wilna angefragt, ob es wahr sei, daß in der Vaticana zu Rom ein.Mscr, des Jeruschalmi zu קדשים existiere, da einer aus Rußland umherziehe und Subskribenten sammle mit der Versicherung, er wolle die Handschrift abschreiben und drucken lassen, sobald er das nötige Geld dazu haben werde. Auf diese Anfrage erwiedere ich: Nicht nur in Rom ist eine solche Handschrift nicht zu finden, wie mir mein Freund Dr. med. Ascarelli mitgeteilt hat, sondern ich bin überzeugt, daß ein Jeruschalmi zu קדשים niemals bekannt gewesen und überhaupt gar n ich t redigiert worden ist,< Daß derselbe Buber in seinem Schreiben an den Herausgeber so rückhaltlos sich über den entdeckten »Jeruschalmi« freut, ohne seiner früheren Überzeugung, die er auch noch viel später, 1885 in den Noten zu de Latesשערי ציון ״ Nr. 338 und 40, ausspricht, auch nur mit einer Silbe Erwähnung zutun, ist sehr auffallend.