Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 439 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die talmuäische Literatur der letzten Jahre. 439 die Handschrift verkaufen wollen I! Also Herr Sulimän ließ sich durch hartes Gold erweichen. Gut. Warum hat aber der Herausgeber sich nicht noch einmal die Handschrift schicken lassen, um mit ihr sein ihm selbst unverständlich gewordenes Stenogramm zu vergleichen? Hatte es wirklich mit der Drucklegung so sehr Eile? Die Wissenschaft, die seit Jahrhunderten den Jeruschalmi zur Ordnung Kodaschim vermißt, hätte gern noch einige Jahre gewartet, um dann wenigstens einen kopierten, und keinen aus unverständlichen »Zeichen und Strichen« erratenen Text zu besitzen. Chajjim Benvenisti, der Verfasser des ׳כנםת הגדולה hatte doch gewiß an der Veröffentlichung des lange vermißten Jeruschalmi zu Kodaschim mindestens ein ebenso großes wissenschaftliches Interesse, wie der Rabbiner von Szatmärhegy, und doch hat jener geraten, die Veröffentlichung auf ruhigere Zeiten zu verschieben; Friedländer aber hat die Wirren in Rußland nicht abwärten wollen, wiewohl er, wie er selbst sagt, gerade dort die meisten Käufer seines Buches vorausgesetzt hat und voraussetzen mußte. Freilich ist der Brief Chajjim Benvenistis aus dem Jenseits, aus der »Welt der Wahrheit« gekommen, Diese »Verdächtigungen« hat Friedländer in einem an die Redaktion des »Israelit«, wo zuerst seine Erzählung einer Kritik unterzogen wurde, gerichteten Schreiben in folgender Weise zu widerlegen gesucht. 1. Ist es eine Frechheit ihn zu verdächtigen, 2. habe er jeden gedruckten!! Bogen an Rabbiner und andere Gelehrte geschickt, 3, werde er in vier bis fünf Wochen eine Kommission von Rabbinern und Gelehrten berufen, »um ihnen die Handschrift und übrigen Dokumente zur Prüfung zu unterbreiten«. Dieses datumlose Schreiben Friedländers ist in der Nummer vom 18. Juli 1907 gedruckt, es wurde also spätestens anfangs Juli 1907 geschrieben, bis jetzt aber — August 1908 ־— hat man von einer solchen Kommission nichts gehört1). Vielmehr hat Fried- 0 Später hat Fr. behauptet, diese Handschrift nicht mehr zu