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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 421

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 421 (sequence 37)
Language
German
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Michael Sachs. 421 Von dieser Arbeit und ihren Erzeugnissen wollte Sachs ein Bild geben mit dem Wunsche, »auch das, was Juden geleistet und geboten, gedacht und empfunden, woran sie mitgeholfen, und was sie sich angeeignet, worin sie dem allgemeinen Bildungsstrome gefolgt oder in eigentümlicher Weise ihr innerstes Leben dargelegt, — erkannt, dargestellt, gewürdigt, in das große Inventar der Menschheit eingetragen sehen zu wollen«^). Dieser Wunsch hat sich nur in geringem Umfänge erfüllt Alexander von H u m b 0 ldt hat in seinem »K o s m o s« mehrfach auf die Mitteilungen von Sachs hingewiesenl 2). Sonst hat das heute noch unübertroffene Buch wenig Beachtung gefunden. Auf einen seiner Leser jedoch hat es einen Eindruck gemacht, der den Wünschen entsprach, mit denen Sachs es geschrieben hatte, — auf Heinrich Heine. Er hatte in seiner Jugend, während seines Berliner Aufenthaltes, im Verkehre mit Zunz, Moser und andern Führern des Kultur- Vereins Interesse für die Geschichte der Juden gewonnen. Er hatte jedoch hauptsächlich nur von ihren Leiden erfahren, nur weniges — und dazu ihm fernerstehendes — von ihrer Geistestätigkeit Nun lernte er durch die Über- Setzungen Sachsens die Poesie des mittelalterlichen Judentums kennen. Der große Dichter in ihm erkannte ihre ״Kraft und Größe, ihre Innigkeit und ihre Schönheit und kam dadurch zu jenen Schilderungen von Salomo Ibn Gabiröl und Jehuda ha-Levi, die zu dem Schönsten gehören, was sein Romanzero uns bietet und wie ein helles ungetrübtes Licht uns erfreuen neben den finstern Schattenbildern und spöttisehen Gestalten, die durch jenes Buch der Schmerzen ziehen. Und sie wenigstens tragen die glorreichen Namen der großen jüdischen Dichter Spaniens auch in die weiten Kreise derer, die sonst nichts von einer jüdischen Poesie und den Er- Zeugnissen des jüdischen Geistes im Mittelalter erfahren. l) Vorwort S. V. *) B. II, S. 119 u, 463.

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