Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Michael Sachs
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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418 Michael Sachs. weder spurlos ab an dem nach innen gewandten und von dern Weltverkehr abgezogenen Sinne, oder berühren schmerzlieh die äußere Existenz, aber auch nur diese, während der einmal eingeschlagene Weg unverwandt eingehalten wird«. Demgemäß schildert Sachs die mit der Zerstreuung der Juden eintretende Umbildung einer nationalen Gemein- Schaft zu einer rein religiösen, in der das Lehrhaus der einzige Mittelpunkt selbständigen Lebens wird. Er legt die Faktoren, die Anschauungen und Empfindungen dar, aus denen der mannichfaltige Inhalt des Talmud sich bildet. Er zeigt1), wie die heiligen Bücher »der immer gegenwärtige sichere Einigungspunkt, das Banner waren, um das sich die Geschlechter und Zeiten scharten, und wie die Hai ach a und Haggada des Talmud nur die Fortsetzung und weitere Entwickelung dessen sind, was bereits in der Bibel uns entgegentritt: »einerseits das Gesetz mit seinen immer giltigen Ansprüchen in seinen Vorschriften, den stummen Hieroglyphen des religiösen Gedankens und andererseits der freigestaltete Ausdruck der ewigen Idee als Lehre, Mahnung, Verkündigung der Propheten, als heiliges Lied der Psalmensänger, als gedankenvoller Ausspruch und lehrende Betrachtung der Weisen.« Die Entwickelung des Talmud hat sich in stiller Abgeschlossenheit vollzogen, und diese hat noch einige Jahrhunderte weiter angedauert. Dann aber wurde »die stetige Einheit des durch Jahrhunderte ausschließlich mit sich selbst verkehrenden, über sich selbst brütenden und in den von ihm selbst gezogenen Kreisen eingesponnenen Lebens2)« durch die Berührung mit der arabischen Bildung und durch das Studium der durch sie vermittelten Geisteswerke durchbrachen und dem jüdischen Geiste neue Impulse zugeführt. Die Darlegung der tiefen Wirkung, welche das Studium der griechischen Philosophen, und ganz be- 0 S. 146 ff. ף S. 163 ff.