Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Michael Sachs
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 416 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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416 Michael Sachs. Und der Kelch — krystallenhelle, Rund — ein zierlich Kunstgebild, Drin rubinrot schäumt die Welle, Schon zum Trank gefüllt. Ich vergesse Not und Sorgen, Die im Herzen tief verborgen ... .« Die ergreifendsten Töne aber finden unsere Dichter für die Erhebung ihrer Herzen zu Gott, und in gedankenvollen, tief empfundenen Worten erklingt der Hymnus Jehuda ha-Levis1): »O Gott! Wo find ich Dich? Der tief verhüllt, erhaben wohnt! Und wo nicht find’ich Dich? Der überall im Glanze thront. Er, den mein Herz verkündet, Der Erde Grenzen hat er aufgebaut, Den Nahen fest verbündet, Den Fernen treu vertraut. Du wohnst in Himmelssphären, Du thronst im Ätherlicht, Gebenedeit von Deinen Herren, Ihr höchstes Lob erreicht Dich nicht. Dich tragen nicht die Welten alle, Wie erst des Tempels Halle? Und stehst Du auf, Dich zu erheben Auf deines Thrones Höhe, Mehr als das eigne Leben Durchbebt sie Deine Nähe. Ihr Mund bezeugt und kündet laut. Daß sie nur Dein Gebild. Wer spricht: ich hab’ ihn nicht geschaut? Das Firmament und was es füllt, Verkündet Deine Allgewalt, Ob hörbar auch kein Ton erschallt. Nach Deiner Nähe schmacht ich, Dich ruft mein innig Fleh’n, ף S. 92 f.