Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Michael Sachs
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 30)
- Language
- German
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414 ' Michael Sachs. füllen. Sachs weiß einem jeden gerecht zu werden. Er findet ergreifende Worte für den strengen )schwermutsvollen Ernst eines Salomo Ihn Gabirol. Und ergreifend wirkt dessen Mahnung1): »Vergiß dein Klagen, Wogendes Herz, Warum verzagen. Ob irdischem Schmerz? Ruhet die Hülle, Gebettet im Staub, — Alles ist stille, Der Vergessenheit Raub. Du aber mußt zittern Vor dem Tode, dem bittern, Ewiger Geist! Ob es dir nütze, Ob es dich schütze — Sollst du ihm nah’n, — Deiner Werke Lohn zu empfah’n! Was frommet die Trauer Im Land sonder Dauer? Herrschaft, Gepränge — Qual wird^s und Enge, Schimmerndes Heil — Tötender Pfeil; Täuschung — die Pracht, Lüge — die Macht, Zerrinnet zerstäubt, Und andern bleibt, Was dir geblüht, Du dir ermtiht. Das Leben — die Rebe, Ein Winzer der Tod, Auf jeglichem Schritte Lauernd er droht. Drum raffe dich auf, Suche den Herrn! Rasch ist des Tages Lauf, Und das Ziel —־ so fern. *) S. 85.