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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 406

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 406 (sequence 22)
Language
German
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406 Michael Sachs, gewaltiger Wucht. Davon sprechen diejenigen, die ihn gehört haben, mit freudiger Erinnerung. Für ihren regelmäßigen Verlauf haben wir eine beredte Schilderung aus den letzten Leben sjahren Sachsens: Professor Moritz Lazarus bezeichnet in einer zur Feier von Sachs gehaltenen Rede*) als charakteristisch »die Wirkung des großen Redners, 1welche schon vor dem Beginn eines jeden Vortrags sich kundgibt«•.. »Welche Rede wir vernehmen werden, sie wird unsern Geist erleuchten, unser Gemüt erheben; er mag, wie er es liebt, uns sogleich auf ideale Höhen des Gedankens versetzen, indem er an Worte der erhabensten prophetischen Geister anknüpft und den Schatz edelster religiöser Empfindungen an’s Licht stellt, oder er mag Stellen der Schrift zum Texte wählen, die, wenn wir selbst sie lesen, uns geringfügig erscheinen, etwa ein vereinzeltes geschichtliches Ereignis, oder eine Verordnung für einen einzelnen Fall wie beim Bau der Stiftshütte, oder ein Gesetz für Umstände, die vergangen sind, weil es auf den Tempeldienst oder das heilige Land sich bezieht. Wir sind aber sicher, er wird uns in jedem geschichtlichen Ereignis die allgemeinen Ideen menschheitlicher Lebensführung, in jeder Erscheinung das Urbild göttlicher Gnade aufweisen, welche in der Leitung und Vorsehung aller Geschichte der Völker sich kundgibt. In jedem Gesetz wird er uns den Geist des Gesetzes offenbar machen. So werden wir denn ,zu־ der Anschauung erhoben, wie auch das Vergängliche ein Bleibendes, das Beschränkte ein Unendliches, das Zeitliehe ein Ewiges in sich schließt, das wir erkennen sollen.« »Durch solche religiöse Betrachtung wird dann jedem großen öffentlichen Ereignis in der Gemeinde und im Staate, ,wie der Feier jedes Festes die Weihe erteilt; wir lernen das Leben mit Wahrheit und Klarheit, mit Kraft und Tiefe begreifen. Und auch die Empfindungen unseres eige- Treu und frei, Ges. Reden u. Vorträge über Judentum. Lpzg. 1887, s! 228 f. .

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