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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 407

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 407 (sequence 23)
Language
German
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IRI
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Michael Sachs. 407 nen engeren Schicksals, mit denen wir das Gotteshaus betreten, weMen emporgehoben in die lichte Sphäre einer 'allgemeinen, das Herz aufs allertiefste tröstenden und beseligenden religiösen Lebensanschauung.« 6. Auch in der äußern Gestaltung des Gottesdienstes träten in Berlin mit dem Amtsantritte Sachsens längst notwendig gewordene Änderungen ein. Er erfuhr eine bessere Ordnung und Regelung, und ein musikalisch gebildeter Chor wurde eingeführt. Über die Art von dessen Mitwirkung und über sein Verhältnis zum Vorbeter wie zur Gemeinde machte Sachs in einem an den Vorstand der Gemeinde erstatteten Gutachten noch heute beherzigenswerte Vorschläge1). Dagegen scheiterten seine Anträge, den Gottesdienst durch Minderung der an einzelnen Sabbath- und Festtagen einzuschaltendeh Piutim und durch Weglassung einiger talmudischer Lehrstücke aus dem Sabbathgöttesdienste zu verkürzen, zunächst an dem Widerspruche seiner beiden rabbinischen Kollegen und kamen erst zehn Jahre später zur Annahme. Sachsens Vorschläge verstießen in keiner Weise gegen die rabbinischen Bestimmungen. Der Widerspruch dagegen hatte seinen Grund darin, daß den regelmäßigen Besuchern des Gottesdienstes dessen gesamter Inhalt zu einer Sache ihrer religiösen Gewohnheit wird, daß auch diejenigen Teile, die als wesentliche in keiner Weise bezeichnet werden können, mit ihren religiösen Empfindüngen sich verknüpfen und nicht ohne Widerstreben davon gelöst werden können. Für solche Empfindungen hatte Sachs selbst volles Verständnis. Und nur die Überzeugung, daß er dem ganzem Gottesdienste und dessen Wirksam■* keit nütze, hatte ihn zu seinen Vorschlägen und zu deren schließlicher Einführung bestimmt. Was ihn mehr schmerzte, als der hierbei erfahrene 1) Von Musikdirektor A. Friedmann in seiner Studie über den Kantor A. j. Licht enstein;veröffentlicht. A. Z. d. J. 1906, S. 45 f.

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